Meldungen

Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau/Schweißen: Teil 2

Die Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau-Schweißen setzten ihre Bundesfachgruppentagung vom April am 12. Mai 2025 online fort. Hier die wichtigsten Ergebnisse…

Nachhaltigkeitsberichtserstattung (ESG-Reporting)
Zunehmend werden ESG-Dienstleister im Handwerk auffällig, die im Auftrag von Großkunden Nachhaltigkeitsberichte (NHB) auch von Handwerksbetreiben einfordern. Dabei werden teilweise die Berichtsanforderungen für Großunternehmen eins zu eins selbst an Kleinstunternehmen weitergegeben. Besonders die dabei geforderten Dokumentationen für die NHB können KMU in der Regel nicht beibringen. Ein betroffenes Unternehmen aus Sachsen berichtete dazu stellvertretend.
Vor dem Hintergrund, dass
1. keine direkte Pflicht zu Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU nach der gegenwärtig vorliegenden EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung vorliegt,
2. der VSME-Standard zur freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte vorliegen wird,
3. die europäische Kommission angekündigt hat, die CSRD-Richtlinie sowie in der Folge den VSME-Standard im Rahmen der Omnibuslinie zu überarbeiten und
4. in der Folge die erforderlichen Softwaretools zur Berichterstattung noch nicht vorliegen
sprach die BFGT folgende Empfehlung für derartige Fälle aus: Setzen sie sich mit dem berichtsanfordernden Unternehmen in Verbindung und bitten Sie mit Verweis auf die gegenwärtige Übergangssituation um Aufschub der Berichterstattung, bis die erforderlichen Software-Tools vorliegen. Darüber hinaus werden betroffene Unternehmen gebeten, sich bei Anfragen zur NHB-Erstellung mit den Landesverbänden in Verbindung zu setzen.
Photovoltaik in der Entwicklung
Photovoltaik (PV) bleibt vor dem Hintergrund der Energiewende ein Wachstumsfeld. Besonders in der gebäudeintegrierten Photovoltaik behindern Schwächen in der Regulatorik den beschleunigten Ausbau. Zahlreiche aktuelle Leitfäden decken die wesentlichen Informationen zum Thema PV ab. Zu nennen sind:

Ein Bedarf für zusätzliche Leitfäden ist darüber hinaus zzt. nicht zu erkennen. Handlungsbedarfe liegen jedoch im Bereich des Abbaus der bauaufsichtlichen Hürden, insbesondere beim Brandschutz, der Vereinfachung und Entwicklung von Kostenkennwerten zur Kostenkalkulation, der gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit (besonders mit den Elektroinstallateuren) mit klaren Schnittstellendefinitionen sowie besseren Qualifikationen von Beratern, Planern und Bauausführenden.
Neue Richtlinie Vorstellbalkone in Arbeit
Zzt. entsteht eine technische Richtlinie des Metallhandwerks zu Anbau- und Vorstellbalkonen. Der Inhalt orientiert sich am Aufbau der bereits veröffentlichten Richtlinien des Metallhandwerks. Behandelt werden bauaufsichtliche Anforderungen, Begriffe, Werkstoffe, Anwendungen und Konstruktion, Eignungsnachweise, statische und konstruktive Anforderungen nach den Eurocodes sowie tragende Balkonbeläge. Die Richtlinie soll auf dem Metallkongress im Oktober 2025 vorgestellt werden.
Über den Autor

Reinhard Fandrich (Dr.-Ing.)
ist technischer Berater in der
Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall, Essen
reinhard.fandrich@metallhandwerk.de
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Neue Rahmenlehrpläne zur modernisierten MPVO

Mit Inkrafttreten der modernisierten Meisterprüfungsverordnung zum 01.07.2025 stehen Bildungsträger im Metallbauer- und Feinwerkmechaniker-Handwerk vor der Aufgabe, ihre Meistervorbereitungskurse an die neuen Anforderungen anzupassen. Dafür haben der Bundesverband Metall (BVM) und die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) jetzt aktualisierte Rahmenlehrpläne für die Teile I (Fachpraxis) und II (Fachtheorie) veröffentlicht.
Die neuen Lehrpläne bilden die Grundlage für eine bundesweit einheitliche, qualitätsgesicherte und praxisnahe Umsetzung der geänderten Prüfungsanforderungen. Sie orientieren sich eng an den neuen Meisterprüfungsverordnungen und sind speziell auf die aktuellen technischen, digitalen und nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen in der Branche zugeschnitten.
Wichtige Hinweise für Meisterschulen im Metallhandwerk:
Die Rahmenlehrpläne erhalten die Meisterschulen im Metallhandwerk

kostenfrei auf der Website des Bundesverbandes www.metallportal.de
und ZWH-Mitgliedseinrichtungen im ZWH-Intranet

Die Meister-Prüfungsverordnungen wurden im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und sind unter folgenden Links abrufbar:

Metallbauer-Handwerk: Verordnung ansehen
Feinwerkmechaniker-Handwerk: Verordnung ansehen

Die Überarbeitung der Prüfungsverordnungen war notwendig, um den veränderten Anforderungen in den Handwerksbetrieben gerecht zu werden. Insbesondere die zunehmende Digitalisierung in den Bereichen Produktion, Produktionssteuerung und Geschäftsprozesse sowie der verstärkte Fokus auf Nachhaltigkeit in der Ausführung gewerkespezifischer Aufträge machten eine Anpassung erforderlich.
Die Neugestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit der Praxis: In Workshops von Sachverständigen des Bundesverband Metall (BVM), FBH und IG Metall wurden die Anforderungen an zukünftige Meisterinnen und Meister intensiv diskutiert und Verordnungsentwürfe erarbeitet. Die Handwerkskammern waren eng in den Abstimmungsprozess eingebunden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begleitete den gesamten Prozess – von der Vorbereitung über die fachliche Ausarbeitung bis hin zum Antrag auf Erlass der neuen Verordnungen.
Pressekontakt:

Bundesverband Metall
Sabine Schönemann
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0201-896 19-26
Mail: sabine.schoenemann@metallhandwerk.de

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Online-Streitbeilegungs-Plattform entfällt: Impressum anpassen

Zum 20. Juli 2025 wird die EU-Online-Streitbeilegungsplattform (OS-Plattform) endgültig eingestellt. Das bedeutet: Der bislang vorgeschriebene Hinweis im Impressum und in Ihren AGB muss jetzt entfernt werden – sonst drohen Abmahnungen wegen veralteter oder irreführender Angaben.
Durch die Reform des Verbraucherstreitbeilegungsgesetzes war von 2020 bis Juni 2025 ein Hinweis auf die  Schlichtungsstelle auf Webseiten und in Allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtend. Verbraucherinnen und Verbraucher haben diese Möglichkeit so gut wie nie genutzt, daher wird diese Hinweispflicht abgeschafft. Bitte passen Sie ihre Webseite und die AGB zeitnah an.
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Transformation in der Automobilbranche

Die Automobilindustrie erlebt gegenwärtig einen historischen Umbruch. Elektromobilität, Digitalisierung und globale Lieferkettenverwerfungen verändern nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern wirken tief in die Strukturen der Zulieferketten hinein. Besonders betroffen sind Zulieferer von Bauteilen, Baugruppen und Werkzeugen aus der Metallbranche. Die aktuelle Prognos-Studie „Beschäftigungsperspektiven in der Automobilindustrie“ des Verbands der Automobilindustrie (VDA) bietet eine fundierte Grundlage für zukunftssichere Entscheidungen und zeigt auf, wie Betriebe die Transformation gestalten können. Damit diese Analyse Wirkung entfaltet, braucht es jedoch vor allem Orientierung und konkrete Handlungsschritte – genau hier setzt dieser Beitrag unseres Technischen Beraters Thomas Röper an.
Weniger Teile, neue Herausforderungen
Die Fakten sind deutlich: Zwischen 2013 und 2023 ist die Zahl der Beschäftigten in der Metallbearbeitung um satte 17,1 % gesunken – und laut aktueller VDA-Studie wird dieser Trend bis 2035 anhalten. Das Arbeitskräfteangebot in diesem Bereich soll um weitere 13,2 % zurückgehen. Mit anderen Worten: Der klassische Metallberuf verliert im Kontext der Automobilbranche an Relevanz – nicht nur am Markt, sondern auch im Ausbildungsinteresse.
Langfristig stellt sich die entscheidende Frage: Wie kann das Metallhandwerk seinen Platz in der industriellen Wertschöpfung der Zukunft sichern? Die technischen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verschoben: Elektromotoren kommen mit rund 200 statt durchschnittlich 1.400 Einzelteilen aus. Viele mechanische Komponenten, die jahrzehntelang das Kerngeschäft der Zulieferer bildeten, entfallen schlichtweg. Getriebegehäuse, Kurbelwellen, Nockenwellen – all das wird in der E-Mobilität kaum noch gebraucht.
Für viele kleinere Betriebe ist das ein Warnsignal. Wer jetzt noch auf Altbewährtes setzt, riskiert, den Anschluss zu verlieren. Die gute Nachricht: Neue Märkte entstehen bereits – etwa bei Gehäusen für Batteriesysteme, Kühlstrukturen, Hochvolt-Steckverbindungen oder thermisch optimierten Komponenten. All diese Bauteile verlangen präzise Metallbearbeitung, oft im Verbund mit Kunststoff, Dichtungen oder Elektronik.
Neue Märkte, neue Chancen
Die Automobilindustrie war für viele Zulieferer über Jahrzehnte ein stabiler Anker. Doch diese Stabilität hat auch eine Schattenseite: Wer heute noch nahezu ausschließlich vom Pkw-Geschäft lebt, gerät bei jedem Technologiesprung in Schieflage.
Die gute Nachricht: Das Metallhandwerk bringt alles mit, was auch in anderen Wachstumsbranchen gebraucht wird. Präzise Zerspanung, Baugruppenmontage, Flexibilität und Zuverlässigkeit – genau diese Kompetenzen sind etwa in der Medizintechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Luftfahrt oder Robotik gefragt. Es sind Märkte, in denen Qualität zählt, Stückzahlen flexibel bleiben – und bei denen deutsche Zulieferer als Problemlöser auf Augenhöhe geschätzt werden.
Auch die Energiewende eröffnet neue Perspektiven: Ob Halterahmen für Windkraftkomponenten, Verbindungselemente für Wasserstoffsysteme oder Vorrichtungen für den Einbau von Wärmepumpen – überall braucht es robuste, maßgeschneiderte Metalllösungen. Wer hier frühzeitig die Anforderungen kennt, Kundenkontakte aufbaut und sich um branchenspezifische Zertifizierungen kümmert, erschließt sich langfristig stabile Auftragsquellen.
Flexibilität in der Fertigung wird zum entscheidenden Pluspunkt: Wer heute Einzelstücke fertigt und morgen in Serie liefern kann, positioniert sich als idealer Partner in dynamischen Märkten. Besonders spannend ist der Blick auf die Bereiche, die in der Elektromobilität oft unter dem Radar laufen – aber enormes Potenzial bergen. Zum Beispiel die Peripherie rund um die Hochvoltsysteme: Halterungen für Sensorik, thermisch isolierende Gehäuse oder EMV-optimierte Abschirmungen. Wer diese Nischen früh bedient, kann sich außerhalb des harten Preiskampfs der Großserie etablieren.
Auch klassische Kompetenzen im Werkzeug- und Formenbau bleiben gefragt – allerdings mit verändertem Fokus. Hochkomplexe Spritzgussformen für Batteriemodule, Werkzeuge für hybride Leichtbauteile oder Präzisionswerkzeuge für Elektronikkomponenten erfordern neue Materialien, digitale Prozessketten und flexible Anpassung an sich wandelnde Geometrien.
Nicht zu vergessen: der Aftermarket. Retrofit-Lösungen, Reparaturwerkzeuge, Anpassungskomponenten – überall dort, wo serienferne Speziallösungen gefragt sind, kann das Metallhandwerk punkten.
Partner finden, Potenziale heben
Allein kommt man vielleicht schneller voran – gemeinsam aber sicher weiter. In der aktuellen Phase des Umbruchs sind strategische Partnerschaften kein Nice-to-have, sondern ein handfestes Werkzeug zur Zukunftssicherung. Gerade mittelständische Zulieferbetriebe profitieren davon, sich mit Kunststoff- und Elektronikunternehmen, spezialisierten Maschinenbauern oder auch angrenzenden Handwerksbranchen zusammenzutun. Wer gemeinsam entwickelt, kann Ressourcen bündeln und schneller marktfähige Lösungen präsentieren.
Besonders wirksam zeigt sich das in der Zusammenarbeit mit Hochschulen, Technologiezentren oder Anwendungsnetzwerken. Hier entstehen praxisnahe Entwicklungsprojekte mit direktem Bezug zur Fertigung – oft mit finanzieller Unterstützung durch Förderprogramme.
Auch auf Innungsebene und in Fachverbänden schlummern Chancen. Wer sich aktiv in überbetriebliche Netzwerke einbringt, wird nicht nur früher über technologische Trends informiert, sondern kann sich auch gezielt in Pilotprojekte und Modellvorhaben einklinken.
Wissen, wirken, weiterkommen
Die Technik entwickelt sich weiter und mit ihr die Anforderungen an die Menschen, die sie bedienen. Für Zulieferer im Metallhandwerk ist deshalb klar: Ohne gezielte Qualifizierung der Mitarbeitenden wird es in der neuen Fahrzeugwelt schwer. Gefragt sind Kompetenzen in Elektrotechnik, IT, Leichtbau oder Kunststoffverarbeitung.
Ein klassischer Feinwerkmechaniker, der zusätzlich Grundlagen in Mechatronik oder Elektronik beherrscht, ist künftig Gold wert. Genau hier setzt der Bundesverband Metall an – etwa mit dem Lehrgang zur „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Metallhandwerk“, der gezielt auf die Bedürfnisse unserer Branche zugeschnitten ist. Doch solche Maßnahmen kosten Zeit und Geld. Umso wichtiger ist es, vorhandene Förderprogramme zu nutzen – zum Beispiel das „Qualifizierungschancengesetz“ oder regionale Weiterbildungsinitiativen. Weiterbildung darf kein Nebenthema sein – sie ist die Basis, um den Wandel nicht nur zu überstehen, sondern aktiv mitzugestalten.
Fazit: Chancen gibt es nicht im Rückspiegel
Die Automobilindustrie verändert sich grundlegend – und mit ihr die Spielregeln für tausende metallverarbeitende Zulieferer. Was gestern noch tragfähiges Kerngeschäft war, wird morgen womöglich nicht mehr gebraucht. Doch anstatt in Schockstarre zu verfallen, gilt es, die Chancen zu erkennen: Neue Märkte entstehen, neue Bauteile werden benötigt, neue Kompetenzen sind gefragt.
Das Metallhandwerk bringt viele dieser Kompetenzen bereits mit – jetzt kommt es darauf an, sie gezielt neu auszurichten. Ob Batteriesysteme, Wasserstofftechnik oder sensornahe Präzisionsteile: Wer technologische Trends beobachtet und frühzeitig Kontakte aufbaut, verschafft sich einen Vorsprung. Kooperationen, Netzwerke und gezielte Weiterbildung sind heute strategische Werkzeuge – keine Kür. Förderprogramme stehen bereit, der Metallverband unterstützt – aber der erste Schritt muss aus dem Betrieb selbst kommen.
Kurz gesagt: Der Strukturwandel ist kein Naturereignis. Er ist gestaltbar. Und wer bereit ist, neue Wege zu gehen, hat gute Aussichten, auch in der nächsten industriellen Epoche ein gefragter Partner zu bleiben.
Checkliste für Zulieferer:

Kompetenzen analysieren und neu ausrichten
Zukunftsmärkte gezielt ansprechen (Batterietechnik, Wasserstoff, Medizintechnik etc.)
Mitarbeitende qualifizieren (Elektrotechnik, IT, Leichtbau)
Förderprogramme aktiv nutzen
Netzwerke und Partnerschaften aufbauen
Flexibilität in Fertigung und Entwicklung sicherstellen

Autor:

Thomas Röper (B.Eng.)
Technischer Berater in der Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall in Essen
Mail: thomas.roeper@metallhandwerk.de
 
 
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Rückblick auf die Handwerkstour 2024/2025 – Nachwuchswerbung auf Augenhöhe

Berufsinformation auf Augenhöhe an Essens weiterführenden Schulen

Sieben Stationen an Essens weiterführenden Schulen, 15 engagierte Auszubildende aus dem Innungshandwerk und über 800 begeisterte Schülerinnen und Schüler – die erste Handwerkstour der Ausbildungsoffensive setzte im vergangenen Schuljahr neue Maßstäbe für eine moderne Nachwuchswerbung im Innungshandwerk.

Gleich vier Innungen entsandten Auszubildende aus dem ersten bis dritten Lehrjahr in das etablierte Format zur Bekämpfung des Fachkräftemangels: die Dachdecker- und Zimmerer-Innung Essen, die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Ruhr-West, die Maler und Lackierer-Innung Essen sowie die Metall-Innung Essen. Für die teilnehmenden Auszubildenden ging es dann je Termin buchstäblich auf die große Bühne, um deren Ausbildungsberuf lebendig und authentisch vor jeweils über 100 Schülerinnen und Schüler vorzustellen – und das ganz ohne Hochglanzbroschüre, sondern durch die eigene, spannende Geschichte.

Direkter Draht zu Ausbildung und Praktikum

Im Anschluss an jeden Bühnentalk hatten die Jugendlichen im Rahmen einer kompakten Berufebörse die Möglichkeit, vertiefende Gespräche zu Ausbildungsberufen im Handwerk zu führen. Dabei wurde nicht nur geredet, sondern auch direkt und zielgerichtet vermittelt – in Praktika, Ausbildung und handwerkliche Karrieren. Als Anknüpfungspunkt dienten dabei unter anderem die Stellenangebote der Ausbildungsplattform der Kreishandwerkerschaft Essen. Die Klima-Akademie Essen informierte zudem gezielt zum beruflichen Einstieg und den möglichen Karrierewegen in besonders klimarelevanten Gewerken.

Ein voller Erfolg für alle Beteiligten

Was bleibt von der ersten Handwerkstour der Ausbildungsoffensive? René Blank, Abteilungsleiter der Klima-Akademie der Kreishandwerkerschaft Essen, begleitete die Veranstaltungsreihe für das Innungshandwerk organisatorisch und resümiert: „Für die Auszubildenden, das Innungshandwerk und die involvierten Schulen lässt sich die Handwerkstour als großer Erfolg verbuchen. Für die Auszubildenden war es eine prägende Erfahrung, die ihnen spürbar mehr Selbstsicherheit gebracht hat – das wird ihnen im Berufsleben zugutekommen. Für das Innungshandwerk war die Handwerkstour eine wertvolle Gelegenheit, sich jungen Menschen authentisch und zukunftsorientiert zu präsentieren. Und die Schulen haben sich durch die Ausrichtung der Ausbildungsoffensive als moderne Partner bei der Berufsorientierung positioniert.“

BOMT 2025: Metallhandwerk diskutiert Impulse für Zukunft, Qualität und Nachwuchs

Essen/Trier, 5. Juli 2025 – Unter dem Motto „Jetzt gilt es!“ kamen am 4. und 5. Juli die Bundesobermeister des Metallhandwerks zum Bundesobermeistertag 2025 in Trier zusammen.

BVM-Präsident Willi Seiger eröffnete die Veranstaltung mit einer klaren Botschaft: „Wir wollen nicht jammern, wir wollen mitgestalten und sagen Ja zum Optimismus“. In seiner Eröffnungsrede ging er auf die aktuelle wirtschaftspolitische Situation ein: Internationale Unsicherheit, wirtschaftspolitische Achterbahnfahrten, eine neue Bundesregierung in Berlin, das wären alles keine einfachen Voraussetzungen für unternehmerisches Handeln. Aber steigende Konjunkturindikatoren und wachsendes Interesse an unserem Standort würden Mut machen und Grund zu Optimismus sein.
Konkret forderte Willi Seiger Bürokratieabbau, und zwar mit Tempo! Die Abschaffung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz reiche nicht. „Wir fordern die Bürokratiekosten-Senkung um mindestens 25 Prozent“, so der BVM-Präsident. Sinnvoll sei außerdem die steuerfreie Auszahlung von Überstunden, die das Handwerk mit bis zu 556 Euro im Monat zusätzlich beim Hauptarbeitgeber einfordert. Im Wort sieht Seiger die Bundesregierung auch bei der Senkung der Stromsteuer für alle energieintensiven Betriebe auf das europäische Mindestmaß. Vor allem brauche das Handwerk ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel: qualifizierte Zuwanderung und eine echte, allgemeine Willkommenskultur, die im Handwerk ja auch längst gelebt wird.
In einer lebendigen Podiumsdiskussion diskutierten Birgit Bast von den Stahlgeschwistern, Metallbauer Gerhard Schneider aus dem Hunsrück und die BVM-Vizepräsidenten Bernd Loosen und Christian Metges die aktuellen Herausforderungen an die Berufsorganisation. Das reichte von der Digitalisierung über Nachwuchsgewinnung, Finanzierung betrieblicher Investitionen und die bessere Unterstützung bei der Integration von Flüchtlingen in die Arbeit der Betriebe bis zum Fachkräftemangel allgemein.
Nachwuchswerbung: Christian Krause, Referent für Berufsbildung beim Bundesverband Metall, präsentierte die aktuellen Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung. Mit der Kampagne „Let’s Play Metal“, dem Netzwerk „BOB-Connect“ und praxisnahen Online-Tools wird die Berufsorientierung für junge Menschen erlebbar gemacht. Neue digitale Angebote und interaktive Formate wie VR-Brillen und Storytelling-Webinare ergänzen die klassischen Maßnahmen und stärken die Nachwuchsarbeit nachhaltig.
Sachverständigenwesen: Karsten Zimmer, Bereichsleiter Technik beim Bundesverband Metall, verdeutlichte, dass öffentlich bestellte Sachverständige weit mehr als nur Gutachter sind – sie seien Botschafter für Qualität. Er rief deshalb die teilnehmenden Metallbauer dazu auf, sich zu qualifizieren, damit für Gerichtsverfahren genügend kompetente Metallbauer zur Verfügung stehen.
Vorteilsplattformen: Axel Wölm, Geschäftsführer von „Metall & mehr“ und „Benefit & mehr“ stellte neue Leistungen seiner Organisationen vor. Ziel sei es, Innungsmitglieder mit besonderen Einkaufskonditionen bei Partner-Zulieferern auszustatten.
Metallbaukonstruktionen: Dipl.-Ing. Jeyagumaar Nisanthan präsentierte das Statik-Tool „MetallStat“, mit dem Metallbauer:innen selbst präzise Ausführungsstatiken erstellen und diskutieren können – ein entscheidender Schritt zur Qualitätssicherung und zur besseren Kommunikation mit Planern.
Photovoltaik: Dr. Reinhard Fandrich zeigte auf, wie Betriebe durch Photovoltaik in neue Märkte einsteigen können – von Balkonmodulen über Fassadenlösungen bis zu Floating-PV. Technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte wurden praxisnah vermittelt, ebenso wie Chancen für die Kombination mit Metallbauleistungen.
Thomas Röper informierte über die Entstehung und Inhalte der neuen technische Richtlinie zu Anbau- und Vorstellbalkonen, die Ende des Jahres veröffentlicht werden soll. Und im Abschlussvortrag stellte Bernd Dalmer von Lorch Schweißtechnik vor, wie Metallbauer effizienter mit Cobots arbeiten können.
Bei guter Stimmung tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Netzwerkabend im Nells Park Hotel aus.
Save the Date: Bundesobermeistertag 2026 findet am 08./09.05.2026 in Schwalmstadt statt
Pressekontakt:
Bundesverband Metall
Jens Brinkmann
Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0201-896 19-22
Mail: brinkmann.wbg@metallhandwerk.de
 
 
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Jan Jürgens neuer Präsident LV Niedersachsen/Bremen

Der Landesverband Metall Niedersachsen / Bremen hat am 09.05.2025 auf seiner Verbandstagung in Osnabrück für die restliche Laufzeit bis Ende 2025 Jan Jürgens, Obermeister der Innung der Metallhandwerke des Kreises Harburg, zum neuen Präsidenten gewählt.
Die Kontaktdaten finden Sie hier:
Kontaktdaten
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Aus den Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau/Schweißen

Am 3./4. April 2025 trafen sich die rd. 30 Mitglieder der Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau-Schweißen im hessischen Petersberg-Böckels bei HAHNER Technik zur jährlichen Tagung. Die wichtigsten Ergebnisse hat Dr. Reinhard Fandrich im beiliegenden Artikeldienst für Sie aufbereitet…

Infrastrukturprojekte mit der DB
Besonders für Handwerksbetriebe sind Infrastrukturprojekte mit der Deutschen Bahn (DB) herausfordernd. Beispielsweise verwies die DB bei der Ausschreibung einer Radwegebrücke nach Ausführungsklasse 2 auf die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING). Für Haftungsausschlüsse ist dabei jeweils das Materialzeugnis 3.2 nach EN 10204 mit spezifischen Materialprüfungen unter Einbeziehung unabhängiger externe Prüfer nachzuweisen. Diese Anforderung ist jedoch für das Bauwerk jenseits der technischen Notwendigkeit und klar überzogen.
Die BFGT empfiehlt daher Metall- und Stahlbauunternehmen, die Anwendung der ZTV-ING in vergleichbaren Angeboten konsequent abzulehnen. Dies kann etwa in den Vorbemerkungen des Angebots erfolgen durch den Hinweis, dass keine technische Notwendigkeit zur Anwendung des Materialzeugnis 3.2 besteht. Der BVM wird das Problem zudem mit der Bundesanstalt für Straßenwesen erörtern.
Lastganganalyse und strategischer Energieeinkauf
Effiziente Nutzung preiswerter Energie ist entscheidend für den Stahl- und Metallbau. Systematische Lastganganalysen können einen erheblichen Beitrag zur Identifizierung betrieblicher Einsparpotentiale leisten. Zur Reduzierung des betrieblichen Energieverbrauchs gilt es, hohe Energieverbräuche zu identifizieren und Lastspitzen zu vermeiden. Denn die höchste Lastspitze kann bestimmend sein für die Jahres-Stromkosten. Daher empfiehlt es sich, Anomalien im Lastgang zu verfolgen (z.B. defekte Motoren). Grundsätzlich lassen Lastgänge mit wenigen Leistungsspitzen auf großes Optimierungspotential im Grundlastbereich schließen, viele Leistungsspitzen deuten auf ein geringes Potential hin.
Zur Prozessoptimierung zu beachten sind darüber hinaus die Anlagenzustände, Ersatzanschaffungen, das Lastmanagement, Wärmerückgewinnung sowie die Steuerung und Regelung (ggf. Frequenzumrichter nachrüsten). Weitere zentrale Elemente sind Prozessautomatisierung und Mitarbeiterschulungen. Bei der Planung regenerativer Eigenstromerzeugung stellt sich die Frage nach der Stromspeicherung. Bei starker Sonneneinstrahlung, typischerweise um die Mittagszeit, entsteht durch die PV-Erzeugung am Strom-Spotmarkt ein Strom-Überangebot mit in der Folge sinkenden Strompreisen. Dies kann zum strategischen Stromeinkauf für die Stromspeicherung durch flexible Tarife genutzt werden. Zudem kann KI den Stromeinkauf unterstützen.
Preisspitzen bei Dunkelflauten sind beim Energiemanagement zu berücksichtigen. Betriebe können darauf etwa durch Lastreduzierung oder beispielsweise Urlaub reagieren. Zur Einbindung eigener regenerativer Erzeugungsanlagen bietet beispielsweise die ESG Energie GmbH betriebliche Beratung an.
Bauproduktenverordnung und digitaler Produktpass
Die Einführung der neuen Bauproduktenverordnung (BauPVO) ab 8. Januar 2026 und die Vorgaben der EU-Ökodesign-Verordnung zur Einführung digitaler Produktpässe führen mittelfristig zu folgenden Änderungen in der Dokumentation von Bauprodukten:
Digitaler Produktpass. Der digitale Produktpass wird für erste Bauprodukte bereits ab 2028 verpflichtend. Er dient als zentrale Datensammlung, die über einen QR-Code oder andere digitale Schnittstellen abgerufen werden kann. Er enthält Informationen zu Umweltaspekten, wie CO₂-Fußabdruck, Recyclinganteilen, Haltbarkeit und weitere Nachhaltigkeitsmerkmale. Hersteller sind gehalten, umfassende Daten bereitzustellen, darunter technische Spezifikationen, Umweltberichte und Lebenszyklusbewertungen gemäß EN 15804. Diese Daten werden sowohl für Verbraucher als auch für Marktüberwachungsbehörden zugänglich gemacht.
Erweiterte Leistungs- und Konformitätserklärung. Die Leistungs- und Konformitätserklärung (DoPC) wird um Umweltaspekte erweitert. Sie muss Angaben zu Klimaauswirkungen sowie technischen Spezifikationen enthalten und ist Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten. Diese Dokumentation wird durch harmonisierte technische Normen unterstützt, die den Lebenszyklusansatz und nachhaltige Kriterien berücksichtigen.
Höherer administrativer Aufwand. Die neuen Anforderungen führen zu einem erhöhten administrativen Aufwand für Hersteller, da sie detaillierte Umweltberichte erstellen und digitale Repositorien pflegen müssen. Dies bezieht sich besonders auf die Nachverfolgbarkeit und Konformitätsprüfung der Produkte.
Marktzugang. Die Einhaltung der BauPVO ist entscheidend für den Zugang zum EU-Markt. Produkte müssen neben technischen auch Umweltstandards erfüllen, um als konform zu gelten und vermarktet werden zu dürfen.
Zwar fördert die neue BauPVO mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der Bauindustrie, allerdings steigen auch die Anforderungen an die Produktdokumentation und den Datenaustausch.
Tragwerke aus Stahl und Alu
Die Tragwerksnorm DIN EN 1090-1 wird zzt. überarbeitet. Ursprünglich sollte die Überarbeitung noch unter der alten Bauproduktenverordnung (Bau-PVO) veröffentlicht werden. Nachhaltigkeitskriterien bzw. -Leistungsmerkmale hätten dann nicht zwingend deklariert werden müssen. Allerdings wartet der Normenausschuss bereits seit einem Jahr auf den endgültigen Normungsauftrag der EU-Kommission, erst dann kann der Normentwurf fertiggestellt werden. Zeitlich ist die Veröffentlichung unter der alten BauPVO nicht mehr realistisch. Entsprechend ist die bestehende Fassung in den nächsten Jahren weiter anzuwenden. Für das Metallbauerhandwerk ist dies positiv.
Statikservice und MetallStat
MetallStat ist ein webbasiertes Tool für präzise statische Berechnungen im Metall- und Stahlbau. Es erlaubt die statische Vordimensionierung von Profilen im Rahmen der Angebotserstellung. Zu den Hauptfunktionen gehören die Bemessung von Pfosten und Holmen sowie von Schwert- und Schweißnähten nach dem elastisch-elastischen Verfahren. Darüber hinaus ermöglicht MetallStat die Berechnung von Biegeknicken und Biegedrillknicken für zentrisch beanspruchte Druckstäbe und Einfeldträger. Auch die Bemessung von Einfeldträgern und Kragträgern unter verschiedenen Lastbedingungen sowie die Berechnung von Zugbelastungen und Schraubenverbindungen sind möglich. Ergänzt wird das Angebot durch die Schweißnahtberechnung und Spannungsnachweise sowie die Ermittlung von Querschnittswerten. Vertrieben wird das Tool über die Internetplattform www.Metallportal.de der Wirtschaftsberatungsgesellschaft des Metallgewerbes (WBG).
Der Statik-Service der WBG ergänzt MetallStat um umfassende Dienstleistungen im Bereich der Tragwerksplanung und Statik. Dazu gehören die Erstellung von prüffähigen Ausführungsstatiken sowie Beratungen zur Tragwerksplanung.
ZIM ausgeweitet
Das BMWK-Förderprogramm ZIM (Zentrales Innovationsmanagement Mittelstand) wurde ausgeweitet. Erhöht wurden besonderes die Zuschüsse für Projektdurchführung sowie -vorbereitung und Markteinführung. Mit einem geplanten Budget von über 600 Millionen Euro für 2025 fördert ZIM branchen- und technologieoffen marktorientierte FuE-Projekte. Dabei geht es um die rasche Umsetzung der Forschung in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Projekte können von einzelnen Unternehmen beantragt werden als sog. Einzelprojekte oder als FuE-Kooperationsprojekte in Verbünden aus mehreren Unternehmen zusammen mit Universitäten und Instituten. Ziel ist die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Handwerk sowie die Erschließung neuer Wertschöpfungspotentiale.
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Über den Autor

Reinhard Fandrich (Dr.-Ing.)
Technischer Berater in der
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beim Bundesverband Metall, Essen
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Telefon +49 (0)201 / 89619-34
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Präsidentenbrief: jetzt gilt es!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein neuer Präsidentenbrief in turbulenten Zeiten: eine unberechenbare (Wirtschafts-)Politik aus dem Weißen Haus, antieuropäische Wahlergebnisse bei den polnischen Präsidentenwahlen und ein nicht enden wollender Krieg auf europäischem Boden – nach wie vor keine guten Rahmenbedingungen für uns als Unternehmer. Und dennoch: Jetzt gilt es, die eigenen, die bundesdeutschen Chancen zu ergreifen!
Die neue Koalition in Berlin ist seit fünf Wochen im Amt, und die Erwartungen an eine schnelle Wende in der Wirtschaftspolitik – mit hoffentlich positiven Folgen für die betriebliche Realität – sind groß. Ein Sofortprogramm aus dem Koalitionsausschuss mit vielen Ankündigungen und ein Kanzler, der „Tempo, Tempo, Tempo“ fordert: Das ist es, was wir von unseren Volksvertretern erwarten – Tempo in die richtige Richtung!
Wir als Metallhandwerk erwarten, dass es konkret wird – konkret beim Abbau bürokratischer Hürden. Die Abschaffung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes ist hier ein guter Einstieg. Darüber hinaus steht die Umsetzung eines Arbeitszeitgesetzes nach Maßgabe der europäischen Arbeitszeitrichtlinie auf unserer Erwartungsliste. Insgesamt fordern wir von dieser Regierung, die Bürokratiekosten um mindestens 25 % zu senken.
Ebenfalls mit Tempo erwarten wir tatsächliche Entlastungen für die Unternehmen. Die Grundlagen für einen Investitionsbooster müssen geschaffen werden. Ein gutes Beispiel sind die gerade eingeführten, verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten – sie schaffen sofort Investitionsanreize im Metallhandwerk. Dabei gilt: Bitte nicht den Investitionsspielraum von Ländern und Gemeinden durch Steuerausfälle trüben! Sie vergeben einen Großteil der Aufträge an das lokale Handwerk.
Ebenso sinnvoll wäre es, Überstunden beim Hauptarbeitgeber steuer- und abgabenfrei zu stellen – bis zu 556 Euro zusätzlich im Monat. Es ist kaum vermittelbar, dass Fachkräfte diesen Betrag im Nebenjob bei einem anderen Arbeitgeber steuerfrei verdienen dürfen, während ihr zusätzlicher Einsatz im eigenen Betrieb voll belastet wird.
Schnellstmöglich umsetzbar ist auch die steuerliche Förderung der E-Mobilität sowie die Senkung der Energiekosten. Netzentgelte reduzieren, Stromsteuer senken und die Gasspeicherumlage abschaffen – das ist jetzt notwendig!
Um die Investitionen – insbesondere von Ländern und Gemeinden – zügig auf den Weg zu bringen, ist eine grundlegende Überarbeitung des Planungs-, Bau-, Umwelt-, Vergabe- und Verfahrensrechts erforderlich. Tariftreue liegt uns am Herzen. Ein Tariftreuegesetz macht jedoch nur dort Sinn, wo keine zusätzlichen Bürokratiemonster geschaffen werden. Die Zugehörigkeit zur Innung ist hier ein adäquater und ausreichender Nachweis.
Kritisch, aber auch mit einem gebotenen Maß an Zutrauen, blicken wir auf die kommenden Wochen und Monate. Nach Einschätzung von KfW-Chef Stefan Wintels hat das Interesse – gerade ausländischer Investoren – an Deutschland und Europa stark zugenommen. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im Mai deutlich gestiegen – um gut sieben Punkte im Vergleich zum Vormonat.
Werden wir also wieder optimistisch – nicht blauäugig, aber doch optimistisch.
Ich wünsche uns allen gute Geschäfte und ein Jahr 2025 voller positiver Überraschungen.
Euer Willi Seiger
Präsident Bundesverband Metall

Pressekontakt:
Bundesverband Metall
Jens Brinkmann
Brinkmann.wbg@metallhandwerk.de
Tel.: 0201-89619-22
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METALL – INNUNG ESSEN

Die Metall – Innung Essen ist die Interessensvertretung metallverarbeitener Handwerksbetriebe in Essen.

Wir bieten unseren Mitgliedern unterschiedliche Leistungen, von branchenspezifischen Informationen, über Dienst- und Serviceleistungspakete bis zur Unterstützung bei der Mitarbeiter- / Auszubildenen-Suche.

GESCHÄFTSSTELLE

Kreishandwerkerschaft Essen

Haus des Handwerks

Katzenbruchstr. 71

45141 Essen

0201 - 32008-0

0201 - 32008-19

info@metallhandwerk-essen.de

Metall - Innung Essen