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Gemeinsam Zukunft gestalten: Geschäftsführerkonferenz des Bundesverbandes Metall in Kassel

Austausch, Vernetzung und die zentralen Zukunftsthemen des Metallhandwerks standen im Mittelpunkt der diesjährigen Geschäftsführerkonferenz des Bundesverbandes Metall.
Essen/Kassel, 28. August 2026 – Wie stellen wir das Metallhandwerk für die kommenden Herausforderungen gut auf? Welche Themen beschäftigen die Betriebe, die Landesverbände und den Bundesverband? Und wie gelingt es, Kräfte noch stärker zu bündeln?
Diesen und weiteren Fragen widmeten sich die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der Landesverbände gemeinsam mit Vertretern des Bundesverbandes Metall bei der Geschäftsführerkonferenz am 26. August 2026 im Schlosshotel Bad Wilhelmshöhe in Kassel.
Die Bandbreite der Themen machte deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen für das Metallhandwerk derzeit sind. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Weiterentwicklung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der gemeinsamen Kommunikation, aktuelle Fragen der Berufsbildung und Nachwuchsgewinnung und technische Entwicklungen rund um Nachhaltigkeit, europäische Anforderungen und die zunehmende Digitalisierung.
Darüber hinaus beschäftigte sich die Runde mit der Rolle des Handwerks in Krisen- und Vorsorgeszenarien. Einen besonderen fachlichen Impuls setzte Dr. Constantin Terton, Leiter des Bereichs Wirtschaftspolitik beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Gemeinsam mit BVM-Hauptgeschäftsführer Diether Hils und den Geschäftsführungen der Landesverbände wurde dabei auch die Rolle des Handwerks im Kontext von Krisenvorsorge und gesellschaftlicher Resilienz in den Blick genommen.
Auch die Interessenvertretung des Metallhandwerks auf Bundes- und Landesebene, die Vernetzung innerhalb der Handwerksorganisation sowie aktuelle Entwicklungen in den Mitgliedsbetrieben und Verbandsstrukturen waren Teil des intensiven Austauschs.
Neben den fachlichen Themen bot die Konferenz vor allem Raum für das persönliche Gespräch zwischen Bundes- und Landesebene. Denn gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher, politischer und technologischer Veränderungen ist der direkte Austausch eine wichtige Grundlage für eine starke und abgestimmte Verbandsarbeit.
Die Geschäftsführerkonferenz ist damit ein zentraler Treffpunkt, um aktuelle Entwicklungen aus unterschiedlichen Regionen zusammenzubringen, Perspektiven auszutauschen und Themen zu identifizieren, die das Metallhandwerk heute und in Zukunft bewegen.

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Gemeinsam stärker: Landesinnungsmeister stellen Weichen für die Zukunft

Wie können die Verbände enger zusammenarbeiten, mehr Betriebe für die Innungen gewinnen und das Metallhandwerk gemeinsam stärken? Beim Landesinnungsmeistertreffen in Garching standen genau diese Zukunftsfragen im Mittelpunkt.
Essen/Garching, 24. August 2026. Zwei Tage intensiver Austausch, neue Impulse und ein klares gemeinsames Ziel: die Kräfte innerhalb des Metallhandwerks noch stärker zu bündeln. Am 21. und 22. August kamen zwölf Vertreter aus 13 Landesverbänden zum Landesinnungsmeistertreffen im BBZ Garching zusammen.
Zum Auftakt richteten die Teilnehmer den Blick auf die aktuelle Situation in den Ländern. Ausbildung, Auslastung der Betriebe und regionale Entwicklungen zeigen unterschiedliche Herausforderungen – aber auch viele Themen, bei denen ein engerer Austausch und gemeinsame Lösungen sinnvoll sind.
Genau daran knüpfte die weitere Diskussion an: Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden verbessert werden? Welche erfolgreichen Ansätze lassen sich übertragen? Und wie gelingt es, künftig wieder mehr Betriebe für die Innungen zu gewinnen? Erfahrungen aus den Ländern wurden zusammengetragen und neue Ideen diskutiert. Auch die Vorsitzenden der Tarifausschüsse sollen sich künftig stärker untereinander abstimmen.
Ein weiterer Blick galt den Gesellschaften des Bundesverbandes und ihrer Bedeutung für die gemeinsame Verbandsarbeit. Beim anschließenden Abend in München stand dann vor allem das persönliche Netzwerken im Mittelpunkt.
Einen besonderen Abschluss bot der Rundgang durch das BBZ Garching. Gastgeber Christian Metges zeigte, welche Möglichkeiten das Bildungszentrum heute für Aus- und Weiterbildung in Metallbau und Feinwerktechnik bietet. Die moderne Ausstattung machte deutlich, wie vielfältig und zukunftsorientiert berufliche Bildung im Metallhandwerk gestaltet werden kann.
BVM-Präsident Willi Seiger dankte den Teilnehmern zum Abschluss für den offenen und konstruktiven Austausch. Das Treffen zeigte: Viele Herausforderungen unterscheiden sich regional – gemeinsam lassen sich Lösungen, Ideen und erfolgreiche Ansätze deutlich wirkungsvoller voranbringen.
 
 
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Neue Regeln für die Allgemeintoleranzen

Normungsarbeit: Der angenommene Schlussentwurf der neuen ISO 2768 passt die bekannten Allgemeintoleranzen an das ISO-GPS-System an und schränkt ihren Anwendungsbereich deutlicher ein. Betriebe sollten bei ihrer Anwendung künftig genauer hinsehen. Dieser Artikel zeigt, was sich mit der neuen ISO 2768 ändert, welche Folgen sich für Altzeichnungen ergeben und worauf insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Umstellung achten sollten.
Bei der ISO 2768-1 handelt es sich um ein Werkzeug, das in unzähligen Zeichnungen und Werkstätten täglich gebraucht wird. Als im ISO/TC 213 ihre Zurückziehung diskutiert wurde, hat der Bundesverband Metall in Zusammenarbeit mit Small Business Standards für ihren Erhalt gekämpft.
Der Kompromiss: Die vertrauten Tabellen bleiben, die Norm wird an das ISO-GPS-System angepasst. Der Schlussentwurf ISO/FDIS 2768 ist angenommen. ISO 2768 befindet sich in Veröffentlichung. Hat sich der Einsatz gelohnt? Ja, aber damit gehen Änderungen einher.
Bekannte Zahlen, engerer Anwendungsbereich
Die vier Klassen f, m, c und v und die Toleranzwerte für lineare und Winkelgrößenmaße bleiben erhalten. Das klingt nach Kontinuität. Entscheidend ist jedoch, worauf ein Wert angewendet werden darf. Die neue ISO 2768 gilt nur für lineare Größenmaße und Winkelgrößenmaße mit Nennmaß, aber ohne individuelle Toleranz. Abstände, Lochabstände und Stufenmaße sind keine Größenmaße und fallen nicht mehr darunter. Gleiches gilt für theoretisch exakte Maße und Hilfsmaße. Auch die Tabelle für gebrochene Kanten, Radien und Fasen entfällt.
Mehr ISO GPS, mehr Verantwortung
Die Überarbeitung ordnet ISO 2768 ausdrücklich in das ISO-GPS-System ein und verweist auf ISO 8015, die Reihe ISO 14405 und ISO 22081. Mit ISO 22081 können die bekannten Werte für eine allgemeine Größenmaßspezifikation genutzt werden. ISO 22081 regelt zudem allgemeine geometrische Spezifikationen mithilfe der Flächenprofiltoleranz in einem vollständigen Bezugssystem. DIN 2769 liefert zusätzliche Tabellenwerte. Die Dokumente sind nicht austauschbar: ISO 2768 liefert Größenmaßtoleranzen, ISO 22081 das Anwendungskonzept und DIN 2769 weitere nationale Werte.
Auch bei Konformitätsbewertung und Zurückweisung ändert sich etwas. Die bisherige Regel, nach der ein nicht konformes Werkstück trotz Überschreitung einer Allgemeintoleranz nicht zurückgewiesen werden sollte, solange keine Beeinträchtigung seiner Funktion nachgewiesen war, wurde gestrichen. Der informative Anhang B.4 der neuen ISO 2768 stellt klar: „Entsprechend dem ISO-GPS-System ist ein Teil nur dann konform, wenn es alle festgelegten Anforderungen erfüllt“. Gemeint sind die in der Technischen Produktdokumentation einschließlich der allgemeinen Spezifikationen festgelegten Anforderungen. Etwaige Ausnahmen sollten in der TPD, im Vertrag oder in einem anderen offiziellen Dokument zwischen Kunde und Lieferant festgehalten werden – eine technische Hausaufgabe für Konstruktion, Einkauf und Qualitätssicherung.
Die offene Flanke: alte Zeichnungen
Hier setzt die berechtigte Kritik aus der Schweiz an. Das Spiegelgremium erkennt die Annäherung an ISO GPS an, warnt aber vor undatierten Angaben wie „ISO 2768-m“. Unter derselben Normnummer kann eine alte Zeichnung plötzlich anders gelesen werden: Werte bleiben gleich, ihr Anwendungsbereich nicht. Das berührt Ersatzteile, Lieferverträge und Prüfpläne. Das Gremium verlangte eine Lösung für Bestandsunterlagen und legte Einspruch ein. Auch Österreich und Schweden stimmten beim FDIS dagegen; Deutschland stimmte zu. Der Schlussentwurf wurde mit 17 von 20 gezählten teilnehmenden Mitgliedern angenommen.
Eingewandt wird, die alte Ausgabe heiße ISO 2768-1, die neue ISO 2768; ein Verweis auf Teil 1 könne eindeutig bleiben. In Schriftfeldern stehen jedoch oft verkürzte Angaben. Diese Lücke zwischen korrekter Bezeichnung und gelebtem Bestand macht pauschale Antworten gefährlich. Altzeichnungen sollten nicht automatisch nach der neuesten Ausgabe interpretiert werden. Die anzuwendende Ausgabe gehört im Zweifel in Vertrag, Bestellung oder technische Klärung.
Wann erscheint die Norm?
Die ISO 2768 befindet sich seit 2. Juni in der ISO-Publikationsphase. Die von ISO genannte Produktionsdauer von bis zu sieben Wochen ist bereits überschritten. Auch EN ISO 2768 und die endgültige DIN EN ISO 2768 sind noch nicht erschienen. Für die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe erscheint derzeit das vierte Quartal 2026, am ehesten November oder Dezember, für wahrscheinlich. Bei weiteren redaktionellen, europäischen oder nationalen Verzögerungen ist das erste Quartal 2027 plausibel.
Was KMU jetzt tun sollten
Der Nutzen entsteht nicht durch einen neuen Eintrag im Schriftfeld, sondern wenn Konstruktion, Fertigung, Einkauf und Prüfung dasselbe Merkmal gleich verstehen. Dann können Rückfragen, unbeabsichtigt enge Forderungen und Abnahmestreit abnehmen. Betriebe sollten CAD- und Zeichnungsvorlagen prüfen, Normverweise datieren, undatierte Altbestände nach Risiko ordnen und Verantwortlichkeiten für Erstellung, Prüfung und Freigabe festlegen. Kunden und Lieferanten sind früh einzubeziehen; Änderungen gehören dokumentiert.
Seminarangebote: 10.+11.11.2026
Wer nur „ISO 2768-m“ durch einen neuen Textbaustein ersetzt, hat wenig gewonnen. Entscheidend ist das Verständnis von Größenmaßen, Abständen, geometrischen Spezifikationen und Bezügen. Dieses Grundgerüst vermittelt das Online-Live-Seminar „ISO GPS: Grundlagen der Geometrischen Produktspezifikation“ am 10. November 2026.
Buchung für 10.11.2026: metallportal.de
Am 11. November 2026 folgt vertiefend „ISO GPS: Anwendung der neuen Allgemeintoleranzen nach ISO 22081“. Dort werden ISO 22081, die historische ISO 2768, DIN 2769 und die neue ISO 2768 verständlich eingeordnet und die Anwendung der neuen Allgemeintoleranzen an einem Zeichnungsbeispiel zusammengeführt.
Buchung für 11.11.2026: metallportal.de
Fazit
Die ISO 2768 ist also gerettet. Das ist ein klarer Erfolg für KMU, der durch die andauernde Normungsarbeit des Bundesverbands Metall und Small Business Standards erzielt werden konnte. ISO 2768 bleibt ein praktisches Werkzeug, aber kein Ersatz für funktionale Tolerierung und geschulte Anwender. Ihre neue Fassung kann KMU helfen, wenn sie bewusst eingeführt wird. Ohne Bestandsprüfung und klare Datierung droht jedoch ausgerechnet die Norm, die Zeichnungen vereinfachen soll, neue Mehrdeutigkeit zu erzeugen.
Autor

Thomas Röper (B.Eng.)
Technischer Berater
in der Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall in Essen
E-Mail: Thomas.Roeper@metallhandwerk.de
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Aus den Bundesfachgruppen Metall- & Stahlbau (Teil 2)

Am 23./24. April 2026 tagten die Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau/Schweißen des Bundesverbands Metall im rheinland-pfälzischen Zweibrücken. Schwerpunkte des zweiten Teils der Veranstaltung waren Neuigkeiten zur Normung und technischen Hilfestellungen.
EU-Bauproduktenverordnung 2024 und EN 1090-1
Die neue Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 (EU-BauPVO 2024) wirkt sich zurzeit noch nicht auf die Anwendung der bestehenden harmonisierten Normen aus. Das gilt insbesondere für die Anforderungen an den Konformitätsnachweis für Stahl- und Aluminiumtragwerke nach EN 1090-1. Bis zur Veröffentlichung der Norm im Amtsblatt der EU besteht für die Betriebe kein Anlass zu Änderungen bezüglich der werkseigenen Produktionskontrolle oder der CE-Kennzeichnung.
Umweltproduktdeklaration (EPDs) für Stahl- und Aluminiumtragwerke
Zur Bauproduktendokumentation gewinnen Nachhaltigkeitskriterien an Bedeutung. Der rechtliche Treiber ist die EU-BauPVO 2024. Sie schreibt im Anhang I mit der Grundanforderung 8 die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen vor. Hauptaspekte sind Recyclingfähigkeit, Wiederverwendbarkeit, Haltbarkeit sowie die Ökobilanz im Lebenszyklus eines Bauwerks. Für den Nachweis der ökologischen Qualität von Metallbauteilen gegenüber Bauherren und Behörden werden Umweltproduktdeklarationen (EPDs) zum zentralen Dokument. Die Grundlage zur Ausfertigung von EPDs ist die DIN EN 15804. Speziell für tragende Bauteile aus Stahl, Eisen und Aluminium entstehen nun darauf aufbauend spezifische Regeln in der prEN 17662. Der Bundesverband Metall begleitet diese Normungsarbeiten auf europäischer Ebene im CEN/TC 135/WG 17 bzw. CEN/TC 350.
Metallbauarbeiten – ATV DIN 18360 
Auf Antrag des Hauptausschusses Hochbau des DVA fand im März 2026 die konstituierende Sitzung zur Überarbeitung der Allgemeinen technischen Vertragsbedingungen (ATV) für Metallbauleistungen nach DIN 18360 statt. Ziele sind u.a. Anpassungen an die Entwicklung der Baupraxis, fachliche
Ergänzungen, die Abgrenzung zu anderen ATVen, Ergänzungen bei der Abrechnung sowie die Aufnahme der Themenbereiche Nachhaltigkeit, Sanierung und Schadstoffe. Der BVM arbeitet hier mit hochrangigen Experten zusammen.
Gebäudetreppen – DIN 18065
Regelmäßige Auslegungsanfragen an den Normenausschuss des DIN haben die Überarbeitung der 
DIN 18065 zu Begriffen, Messregeln und Hauptmaßen von Gebäudetreppen angeregt. Vorrangige Ziele sind eindeutigere Regelungen sowie optimierte Zeichnungen. Änderungen an den etablierten Maßen sind nicht zu erwarten.
Toleranzen im Hochbau – Bauausführung: DIN 18202
Die Überarbeitung der DIN 18202 zu Toleranzen im Hochbau ist fast abgeschlossen. Der Titel wird geringfügig geändert. Änderungen bei den etablierten Maßen sind nicht vorgesehen. Allerdings soll klar herausgestellt werden, dass die Norm ausschließlich einen Grunddatensatz darstellt. Zur Dokumentation der Toleranzen reicht der alleinige Bezug auf die Norm im Leistungsverzeichnis (LV) nicht aus. Genauigkeitsanforderungen und die Festlegung von Bautoleranzen bleiben Planungsaufgabe.
Tragwerke: Neues Handbuch zur Zertifizierung nach DIN EN 1090
Im Mai 2026 erschien die Version 6.0 des Fertigungshandbuchs als Zertifizierungsgrundlage für Stahltragwerke nach DIN EN 1090. Das Handbuch dient als Leitfaden für die betriebsinterne Produktionskontrolle. Zertifizierten Betrieben wird empfohlen, die neue Version zeitnah zu beziehen, um die Übereinstimmung ihrer Prozesse mit den Zertifizierungsanforderungen sicherzustellen.
Schweißerprüfung nach ISO 9606
Die ISO 9606 zur Qualifizierung von Schweißern wird weiterhin überarbeitet. Die Veröffentlichung der neuen DIN EN ISO 9606 ist im 2. Halbjahr 2027 vorgesehen. Bis dahin gelten die aktuellen Regelungen fort. Betriebe sollten jedoch bei langfristigen Qualifizierungsplanungen berücksichtigen, dass Änderungen zu erwarten sind. Wir werden weiter dazu berichten.
EasyCode vs Eurocode
Verglichen wurde das etablierte europäischen Regelwerks Eurocode 3 (EC 3) mit der neuen DASt-Richtlinie „EasyCode“ für den Stahlbau. Zwar deckt der rund 2000 Seiten starke EC 3 als international anerkannter Standard sämtliche Sonderfälle ab, er stellt aber Ingenieure oft vor Herausforderungen bei der manuellen Berechnung. Der als vereinfachte Alternative entwickelte, komprimierte EasyCode behandelt auf nur 159 Seiten etwa 80 % der Standardfälle im Stahlbau. Er bietet zwar eine effiziente Handhabung, in Einzelfällen sind aber Minderbemessungen möglich. Der EasyCode ist daher momentan primär in Nordrhein-Westfalen zugelassen.
Richtlinie Anbau- und Vorstellbalkone
Im April 2026 hat der Bundesverband Metall zusammen mit Innungsbetrieben, Fachverbänden und Kooperationspartnern die Richtlinie „Anbau- und Vorstellbalkone im Metallbauerhandwerk“ fertiggestellt. Auf 78 Seiten werden bauaufsichtliche Anforderungen, Begriffe, Werkstoffe, Anwendungen und Konstruktion, Eignungsnachweise, statische und konstruktive Anforderungen nach den Eurocodes sowie tragende Balkonbeläge behandelt. Die Richtlinie kann über die Website „metallportal.de“ bezogen werden.
Baukörperanschluss bodentiefer Elemente – Merkblatt MO-05/1
Mit dem neuen Merkblatt MO-05/1 „Baukörperanschluss bodentiefer Fenster“ liegt erstmals eine gewerkeübergreifende Empfehlung vor, die Planer, Ausführende und Ausschreibende bei einer der sensibelsten Schnittstellen der Gebäudehülle unterstützt. Beteiligt an der Erstellung waren die einschlägigen Fachverbände der betroffenen Gewerke einschließlich des Bundesverbands Metall sowie das ift Rosenheim als Herausgeber. Das Merkblatt gliedert sich in Anwendungsbereich, Begriffe, Grundlagen der Planung, Hinweise zu Sonderlösungen und Anschlussbeispiele.
Fachregelwerk Metallbauerhandwerk-Konstruktionstechnik
Die 48. Aktualisierung des Fachregelwerks liegt seit März 2026 erstmals auch als App für Mobiltelefone oder Tablets vor. Damit entfällt zukünftig die DVD. Infos und Bestellung: metallbaupraxis.de.
Fazit der Veranstaltung
Die Phase der Modernisierung, Digitalisierung und präziseren Verantwortungsaufteilung im Metallbauerhandwerk hält an. Auch wenn akuter Handlungsdruck an Stellen wie der EU-BauPVO derzeit noch ausbleibt, zeichnen sich klare Trends ab, auf die sich Betriebe einstellen müssen. Wer sauber dokumentiert und die neuen Praxishilfen nutzt, sichert seine Marge. Wer heute das Fertigungshandbuch zur DIN EN 1090 ignoriert, oder die Änderungen zur Schweißerqualifizierung ab 2027, zahlt später drauf. Nutzen Sie die aktuellen Leitfäden wie die neue Richtlinie für Vorstellbalkone oder das Merkblatt MO-05/1 für den bodentiefen Baukörperanschluss gegen spätere Mängelrügen.
Autor

Dr.-Ing. Reinhard Fandrich 
Technischer Berater in der
Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall, Essen
E-Mail: reinhard.fandrich@metallhandwerk.de
 
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Bundesverband Metall warnt vor neuer EU-Bürokratie beim Bauen

Gemeinsam mit 13 weiteren Verbänden und Institutionen fordert der Bundesverband Metall eine grundlegende Überarbeitung des geplanten EU-Normungsauftrags für Fenster und Türen. Zusätzliche Prüf-, Dokumentations- und Zertifizierungspflichten dürfen Mittelstand und Handwerk nicht unnötig belasten.

Essen, 14. August 2026. Der Bundesverband Metall hat sich gemeinsam mit 13 weiteren Verbänden und Institutionen der Bau-, Fenster- und Fassadenwirtschaft an Bundesbauministerin Verena Hubertz gewandt. In einem gemeinsamen Schreiben fordern die Unterzeichner die Bundesregierung auf, dem derzeit vorgesehenen EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen nicht zuzustimmen und sich auf europäischer Ebene für eine grundlegende, praxisgerechte Überarbeitung einzusetzen.
Hintergrund sind die geplanten Anforderungen im Zuge der neuen europäischen Bauproduktenverordnung. Nach Einschätzung der beteiligten Verbände drohen insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen zusätzliche Prüf-, Dokumentations- und Zertifizierungspflichten. Gerade bei Fenstern und Türen, die in zahlreichen Varianten und häufig projektbezogen gefertigt werden, könnte dies erheblichen zusätzlichen Aufwand verursachen.
„Europäische Standards sind wichtig. Sie müssen aber so ausgestaltet sein, dass sie auch von mittelständischen Betrieben und dem Handwerk in der Praxis umgesetzt werden können. Neue Vorgaben dürfen nicht zu immer mehr Prüfungen, Dokumentationspflichten und Kosten führen, ohne dass dem ein entsprechender Mehrwert für Bauherren und Verbraucher gegenübersteht“, erklärt Diether Hils, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Metall.
Die beteiligten Verbände sehen insbesondere die Gefahr, dass zusätzliche regulatorische Anforderungen das Bauen und Sanieren weiter verteuern. Gleichzeitig könnten neue Prüf- und Nachweispflichten Unternehmen personell und organisatorisch erheblich belasten.
Für den Bundesverband Metall steht deshalb fest: Europäische Harmonisierung und verlässliche Qualitätsstandards sind grundsätzlich richtig. Entscheidend ist jedoch, dass Anforderungen verhältnismäßig, technisch sinnvoll und für die überwiegend mittelständisch geprägte Branche praktikabel bleiben.
Der gemeinsame Verbändeappell richtet sich auch mit Blick auf die im September anstehende Befassung im europäischen „Committee on Standards“ an die Bundesregierung. Die Unterzeichner halten den derzeitigen Entwurf in seiner vorliegenden Form nicht für zustimmungsfähig.
 
 
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Präsidentenbrief 08/26 – Der Hoffnungsschimmer muss jetzt in den Betrieben ankommen

BVM-Präsident Willi Seiger: Ein Hoffnungsschimmer ist da. Ob daraus ein Aufschwung wird, entscheidet sich jetzt: am Reformkurs, an verlässlichen Regeln und daran, ob politische Entscheidungen im betrieblichen Alltag ankommen.
Der Präsident des Bundesverbandes Metall, Willi Seiger, erklärt im aktuellen Präsidentenbrief:
Unsere aktuelle Konjunkturumfrage zeigt, dass die Lage weiterhin angespannt ist. Rund 78 Prozent der Betriebe erwarten eine gleichbleibende Geschäftslage. Das ist angesichts des derzeit niedrigen Niveaus kein gutes Ergebnis. Von einem echten Aufschwung sind wir noch ein gutes Stück entfernt.
Dürfen wir also endlich aufatmen? Auf keinen Fall. Denn zur Wahrheit gehört auch: Fast jeder dritte Betrieb sagt, dass die Preise am Markt nicht ausreichen. Aufträge sind da – aber nicht jeder Auftrag trägt das Unternehmen. Material, Energie, Löhne, Sozialabgaben und Bürokratie werden nicht mit Hoffnung bezahlt.
Was nützt ein voller Auftragskalender, wenn am Ende die Kraft für Investitionen, Ausbildung und sichere Arbeitsplätze schwindet? Aus Hoffnung wird nur dann Zuversicht, wenn der Hoffnungsschimmer jetzt in den Betrieben ankommt.
Der Reformkurs darf nicht beim ersten Gegenwind enden
Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses im Juli waren ein Lichtblick. Endlich war wieder Reformbereitschaft erkennbar: weniger Berichtspflichten, schnellere Verfahren, bessere Investitionsbedingungen und erste Schritte zu einer leistungsfähigeren Wirtschaft. Das war richtig – und längst überfällig.
Gerade deshalb irritiert mich die aktuelle Debatte über die sogenannte „Rente mit 63“ – die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Versicherungsjahren. Noch vor wenigen Wochen haben wir den Reformwillen der Bundesregierung ausdrücklich begrüßt. Jetzt droht bereits der Eindruck, dass notwendige Veränderungen wieder zur Disposition stehen. Das wäre ein fatales Signal.
Natürlich verdient die Lebensleistung von Menschen Respekt, die jahrzehntelang körperlich schwer gearbeitet haben. Aber Fachkräftesicherung, Generationengerechtigkeit und ein tragfähiges Rentensystem verlangen auch den Mut, bestehende Regeln ehrlich zu überprüfen.
Unsere Betriebe brauchen keine politischen Pendelbewegungen. Sie brauchen Verlässlichkeit. Wer jeden Reformschritt beim ersten Widerstand zurücknimmt, gefährdet das Vertrauen, dass Deutschland überhaupt noch zu grundlegenden Veränderungen fähig ist.
Das Arbeitszeitgesetz ist der nächste Prüfstein
Dasselbe gilt für die angekündigte Reform des Arbeitszeitgesetzes. Flexible Wochenarbeitszeiten sind kein Angriff auf den Arbeitsschutz. Sie sind eine notwendige Antwort auf die Realität unserer Betriebe und ihrer Beschäftigten.
Montageeinsätze, Auftragsspitzen, Wetterlagen und Kundenanforderungen halten sich nicht an starre Acht-Stunden-Schemata. Die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit schafft Flexibilität, ohne den Arbeits- und Gesundheitsschutz aufzugeben.
Unsere Betriebe wollen keine Arbeit ohne Grenzen. Sie wollen Regeln mit Vernunft.
Eine moderne Arbeitszeitgestaltung erleichtert die Organisation auf Baustellen, stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und macht Unternehmen attraktiver für Fachkräfte. Diese Reform darf nicht erneut vertagt werden.
Öffentliche Investitionen müssen den Mittelstand erreichen
Auch bei den angekündigten Investitionen entscheidet nicht die Summe auf dem Papier, sondern die Wirkung vor Ort. Eine Haushaltszahl baut keine Brücke, saniert keine Schule und modernisiert keine Werkhalle.
Unsere Betriebe können planen, konstruieren, fertigen und montieren. Sie brauchen aber auch eine faire Chance, öffentliche Aufträge zu erhalten. Werden Ausschreibungen immer größer und Verfahren immer komplizierter, profitieren am Ende häufig nur wenige große Anbieter.
Qualität hat ihren Preis. Sicherheit hat ihren Preis. Ausbildung hat ihren Preis. Und regionale Verlässlichkeit hat einen Wert.
Der regionale Mittelstand darf nicht zum Zuschauer staatlicher Investitionen werden. Öffentliche Aufträge müssen so zugeschnitten sein, dass auch regionale Handwerksbetriebe sie übernehmen können. Verfahren müssen einfacher werden, unnötige Nachweise entfallen – und neben dem Preis müssen Qualität, Ausbildung und regionale Verlässlichkeit zählen.
Entlastung muss im Betriebsalltag spürbar werden
Dauerhaft hohe Energie- und steigende Lohnkosten, immer neue Dokumentationspflichten erschweren die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe im internationalen Vergleich. Der Umbau unserer Wirtschaft kann nur gelingen, wenn kleine und mittlere Unternehmen ihn wirtschaftlich tragen können. Auch hierfür sind Finanzierungsmodelle für KMU dringend erforderlich.
Unsere Betriebe investieren längst in digitale Prozesse und künstliche Intelligenz – bei Kalkulation, Konstruktion, Fertigung und Verwaltung. Gerade deshalb dürfen neue Vorgaben nicht zu neuen Bürokratielasten führen. Kleine Betriebe brauchen verständliche, praktikable Regeln und Rechtssicherheit.
Unsere Berufe sind Zukunftsberufe
Zum Start des neuen Ausbildungsjahres richtet sich der Blick auf die Fachkräfte von morgen. Viele Betriebe wollen ausbilden. Doch noch immer finden zu wenige junge Menschen den Weg in das Metallbauer- und Feinwerkmechanikerhandwerk.
Unsere Berufe haben kein Zukunftsproblem. Sie haben ein Wahrnehmungsproblem.
Metallbauer und Feinwerkmechaniker arbeiten mit digitaler Konstruktion, automatisierten Fertigungsanlagen, moderner Schweißtechnik, Robotik und künstlicher Intelligenz. Sie verbinden Präzision mit Kreativität – und sehen am Ende des Tages, was sie geschaffen haben. Welcher Beruf kann das von sich behaupten? Deshalb ist es wichtig, dass wir jede Gelegenheit aktiv nutzen, um junge Menschen im Rahmen von regionalen Berufsorientierungsmaßnahmen anzusprechen und für unsere Berufe zu begeistern.
 
Auskömmliche Preise, faire Vergaben, bezahlbare Energie, moderne Arbeitszeiten, weniger Bürokratie und starke berufliche Bildung gehören zusammen. Sie entscheiden darüber, ob aus Stabilität wieder Wachstum wird. Ein Hoffnungsschimmer reicht nicht.
Unsere Betriebe haben ihren Teil längst geleistet. Sie investieren. Sie bilden aus. Sie übernehmen Verantwortung. Jeden einzelnen Tag. Jetzt ist die Politik am Zug.
Was es jetzt braucht, sind weniger Ankündigungen und mehr Umsetzung, weniger Misstrauen und mehr unternehmerischer Spielraum – und vor allem den Mut, Reformen wirklich zu Ende zu bringen.
So wird aus Hoffnung Zuversicht. Und so kommt der Aufschwung dort an, wo er gebraucht wird: in unseren Werkstätten, auf unseren Baustellen und bei den Menschen, die jeden Tag Zukunft aus Metall schaffen.
 
Willi Seiger
Präsident des Bundesverbands Metall
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Aus den Bundesfachgruppen Metall- & Stahlbau (Teil 1)

Auf der Frühjahrstagung der Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau-Schweißen des Bundesverbands Metall in Zweibrücken haben 25 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet über aktuelle Entwicklungen zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Normung sowie deren Auswirkungen auf das Metallbauerhandwerk diskutiert. Die Ergebnisse hat Dr.-Ing. Reinhard Fandrich in 2 Teilen für Sie zusammengefasst. Im diesem ersten Teil geht es u.a. um verbesserte Rahmenbedingungen und digitale Werkzeuge für die Betriebe. Im zweiten Teil geht es um die aktuellen Entwicklungen aus der Normung und Infos zu neuen technischen Hilfestellungen. Dieser Bericht folgt in Kürze.
Gastgeber war der mittelständische Familienbetrieb xaver mak metalltechnik, der beispielhaft zeigt, wie tief das Metallhandwerk in industrielle Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Eine Werkserkundung beim Weltmarktführer in punkto Landmaschinenbau John Deere verdeutlichte eindrucksvoll, dass wesentliche Komponenten für die Produktionstechnik und Werkslogistik moderner Industriebetriebe direkt aus den Werkstätten des Metallhandwerks stammen.
Teil 1: verbesserte Rahmenbedingungen und digitale Werkzeuge für die Betriebe
Mit rund 19.600 Betrieben, 231.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von fast 38 Milliarden Euro bildet das Metallbauerhandwerk eine wesentliche Säule der deutschen Wirtschaft. Um der anhaltenden Preisstagnation und dem Konsolidierungsdruck wirksam zu begegnen, arbeitet die Verbandsorganisation auf allen Ebenen Hand in Hand. Das gemeinsame Ziel von Bundesverband und Landesverbänden ist, Rahmenbedingungen zu verbessern, die betriebliche Effizienz zu steigern und das Berufsbild im geschlossenen Schulterschluss nachhaltig zu stärken.
Besonders deutlich wird der Wert dieser überregionalen Interessenvertretung beim Thema Nachhaltigkeit und Regulierung: Im wirkungsvollen Zusammenspiel der gesamten Verbandsfamilie konnte erreicht werden, dass kleine und mittlere Handwerksbetriebe vor einer übermäßigen Last durch die EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung besser geschützt werden. Die Gesetzgebung sieht nun vor, dass nur noch Großunternehmen ab 1.000 Mitarbeitern direkt berichtspflichtig sind. Darüber hinaus stellt der sogenannte Value-Chain-Cap rechtlich sicher, dass Großkonzerne von ihren handwerklichen Zulieferern Daten nur noch nach dem stark vereinfachten KMU-Standard einfordern dürfen. Weitergehende, überbordende Datenanfragen dürfen Betriebe dank des gemeinsamen politischen Einsatzes künftig zurückweisen.
Digitaler Produktpass und Zukunftskompass Handwerk
Auch bei kommenden Herausforderungen wie dem Digitalen Produktpass, der ab 2028 schrittweise Pflicht wird, setzt sich die Verbandsorganisation für praxistaugliche Lösungen ein. Um einer bürokratischen Überlastung bei Unikaten vorzubeugen, wird gemeinsam die Einbindung der Vorlieferanten in automatisierte Datenketten sowie eine Ausweitung von Ausnahmeregelungen gefordert.
Damit die Betriebe diesen Wandel als Chance nutzen können, bringt die Verbandslandschaft praxisnahe Unterstützung auf den Weg: In Zusammenarbeit zwischen die Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerks (ZWH), den Handwerkskammern, dem BVM und dem Landesverband Metall NRW, steht das digitale Berichtstool „Zukunftskompass Handwerk“ seit Anfang 2026 in einer Early-Access-Version zum Test bereit. Das kostenfreie und intuitiv bedienbare Tool hilft Betrieben durch KI-Unterstützung und geführte Module dabei, Nachhaltigkeitsnachweise zu erstellen. Dies verschafft Mitgliedsbetrieben wertvolle Vorteile bei öffentlichen Ausschreibungen, Verhandlungen mit Banken sowie im Personalmarketing. Die finale Version stellt die ZWH ab Herbst 2026 bereit.
Terminvorschau 2026/2027
23./24. Okt. 2026 Metallkongress, Würzburg
Branchenevent Metallbau & Feinwerktechnik
7. Nov. 2026, Preisverleihung „Die Gute Form“, Northeim
Bundeswettbewerb Konstruktionstechnik & Metallgestaltung
13. Nov 2026 Techniktag Glees
Fachverband Metall Rheinland-Pfalz
Feb. 2027 |38. Schweißtechnisches Kolloquium, Hamburg
SLV Nord gGmbH & DVS Landesverband Nord
5./6. März 2027, Techniktage am Schluchsee
Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg (UVM)
16./17. April 2027, Bundesverbandstag Metall 2027, Berlin
Bundesverband Metall
13./14. Mai 2027 Sachverständigentag des Metallhandwerks, Ratingen
Bundesverband Metall
 
Zwischenfazit
Das Metallhandwerk steht vor dem Spagat zwischen traditionsreicher Werkstattarbeit und moderner Digitalisierung. In enger Abstimmung zwischen Bund und Ländern erweist sich die Verbandsstruktur als Schutzschild gegen bürokratische Überforderung und stellt zeitgleich die Weichen, damit unsere Handwerksbetriebe gemeinsam gut gerüstet in die Zukunft gehen.
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Über den Autor

Reinhard Fandrich (Dr.-Ing.)
ist technischer Berater in der
Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall, Essen
E-Mail: reinhard.fandrich@metallhandwerk.de
 
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Wer baut die Zukunft unserer Stadt? Am besten die Betriebe von hier!

Unser Kreishandwerksmeister Martin van Beek und Hauptgeschäftsführer Martin Weber waren zu Gast bei der Immobilien Management Essen, dem Immobilienkompetenzzentrum der Stadt. Beim gemeinsamen Termin trafen sie auf Geschäftsführer Martin Harter und Prokurist Ralf Lützenrath. Neben dem persönlichen Kennenlernen stand ein ganz zentrales Thema auf der Agenda: Wie schaffen wir es, lokale Handwerksbetriebe noch stärker an Bau- und Modernisierungsmaßnahmen der städtischen Immobilientöchter – bspw. der GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH – zu beteiligen?

Der Weg ist klar: Wir entwickeln gemeinsam eine Strategie, um im Rahmen der bestehenden Vergabevorgaben eine noch engere Kooperation zwischen unseren Innungsbetrieben und der GVE aufzubauen. Denn wenn in Essen investiert wird, sollte auch das Essener Handwerk davon profitieren!

Ein rundum gelungener Austausch für einen starken Wirtschaftsstandort. Vielen Dank für das konstruktive und informative Gespräch. Wir halten Sie über die nächsten Schritte auf dem Laufenden!

Konjunkturumfrage Q3 2026

Metallhandwerk bleibt standfest – doch der wirtschaftliche Druck ist deutlich spürbar
BVM-Umfrage zeigt stabile Erwartungen, solide Auftragsreichweiten und zugleich erheblichen Handlungsbedarf bei Preisen und Rahmenbedingungen.
Essen, 21. Juli 2026. Das Metallhandwerk behauptet sich in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. Die aktuelle Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Metall (BVM) zeigt: Rund 78 Prozent der Betriebe erwarten für das kommende Quartal eine stabile oder bessere Geschäftslage. Gleichzeitig bewerten 31 Prozent die erzielbaren Marktpreise als unzureichend. Der Vergleich mit Q3 2025 macht deutlich, dass sich die Auftragsreichweiten breiter verteilen – eine Entwarnung ist das jedoch nicht.
Stabilität ist eine Leistung – aber kein Selbstläufer
„Unsere Betriebe zeigen erneut, wie anpassungsfähig und leistungsfähig das Metallhandwerk ist. Dass fast vier von fünf Unternehmen mit einer stabilen oder besseren Entwicklung rechnen, ist ein starkes Signal. Diese Zuversicht entsteht aber nicht aus guten Rahmenbedingungen, sondern aus unternehmerischer Stärke, hoher Fachkompetenz und der Nähe zu den Kunden“, erklärt BVM-Hauptgeschäftsführer Diether Hils.
Die aktuelle Unternehmenslage wird im Durchschnitt mit der Schulnote 3,0 bewertet. 69 Prozent vergeben die Noten 1 bis 3. Bei der Erwartung für das kommende Quartal rechnen 69 Prozent mit einer gleichbleibenden und 9 Prozent mit einer verbesserten Geschäftslage; 22 Prozent erwarten eine Verschlechterung.
Auftragsbestände breiter verteilt als im Vorjahr
Der Vorjahresvergleich zeigt eine Verschiebung bei der Auftragsreichweite: Der Anteil der Betriebe mit höchstens zwei Monaten Auftragsbestand sank von 54,2 Prozent in Q3 2025 auf 43,7 Prozent in Q3 2026. Gleichzeitig stieg der zusammengefasste Anteil mit einer Reichweite von bis zu drei beziehungsweise vier Monaten von 26,5 auf 37,1 Prozent. Mehr als sechs Monate Auftragsbestand melden aktuell 8,5 Prozent nach 10,4 Prozent im Vorjahr.
„Die breitere Verteilung der Auftragsbestände sorgt in vielen Betrieben für mehr Planbarkeit. Aber wir dürfen uns von Durchschnittswerten nicht täuschen lassen: Kurze Reichweiten bleiben für einen erheblichen Teil der Unternehmen Realität. Entscheidend ist deshalb, dass aus vorhandener Arbeit auch auskömmliche Wertschöpfung entsteht“, so Hils.
Marktpreise und Standortbedingungen bleiben Achillesferse
Nur 11 Prozent der Befragten beurteilen die erzielbaren Marktpreise als gut, weitere 58 Prozent als auskömmlich. Fast jeder dritte Betrieb hält sie für unzureichend. Aus Sicht des BVM verschärfen hohe Energie-, Material- und Finanzierungskosten sowie hohe Lohnzusatzkosten, Bürokratie und schwache Investitionsimpulse den Druck auf die Unternehmen.
Hils: „Das Metallhandwerk braucht keine kurzfristigen Strohfeuer, sondern verlässliche Bedingungen für Investitionen, Ausbildung und Beschäftigung. Wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen würden unmittelbar bei den Betrieben ankommen. Wer Wachstum will, muss diejenigen stärken, die es vor Ort erwirtschaften.“
Fachkräftebewegung bleibt spürbar
Auch personell bleibt die Lage angespannt: In rund der Hälfte der Betriebe hat in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter das Unternehmen für einen Wechsel oder eine Selbstständigkeit verlassen. Gleichzeitig berichten knapp 30 Prozent von mindestens einem vorzeitigen Ruhestand. Damit bleibt die Sicherung von Fachkräften und Nachwuchs eine zentrale Zukunftsaufgabe.
„Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag: Wir müssen die Sichtbarkeit und Attraktivität unserer Berufe weiter erhöhen und zugleich die Betriebe konkret unterstützen. Das Metallhandwerk bietet moderne Technik, Verantwortung und echte Zukunftsperspektiven – diese Stärke wollen wir gemeinsam noch deutlicher nach außen tragen“, betont Hils.
DIE ZAHLEN AUF EINEN BLICK
Konjunkturumfrage Q3 2026
437  Antworten zum Auftragsbestand – rund 75 Prozent mehr als im Vergleichsdatensatz 2025
78 %  erwarten eine stabile oder bessere Geschäftslage im kommenden Quartal
69 %  bewerten ihre aktuelle Lage mit den Schulnoten 1 bis 3
56 %  verfügen über einen Auftragsbestand von drei Monaten oder mehr
31 %  bewerten die erzielbaren Marktpreise als unzureichend
51 %  melden mindestens einen arbeitnehmerseitigen Abgang in den vergangenen zwölf Monaten
Zur Methodik
Die BVM-Konjunkturumfrage Q3 2026 wurde im Juli 2026 durchgeführt. Je nach Frage lagen 432 bis 438 Antworten vor. Für den Vergleich der Auftragsreichweite wurden die Kategorien der Vorjahreserhebung harmonisiert: Die 2026 separat ausgewiesenen Klassen „bis 3 Monate“ und „bis 4 Monate“ wurden zur Vergleichsklasse „bis 4 Monate“ zusammengeführt. Die Vorjahresbasis umfasst 249 Antworten. Prozentwerte sind gerundet.
Pressekontakt
André KohutBereichsleiter Presse/ÖffentlichkeitsarbeitBundesverband MetallTelefon: +49 201 89619-22E-Mail: andre.kohut@metallhandwerk.de
www.metallhandwerk.de
GRAFIK ZUR PRESSEMITTEILUNG

Auftragsreichweite: Q3 2025 und Q3 2026
Quelle: BVM-Konjunkturumfragen Q3 2025 und Q3 2026. Angaben in Prozent.
Auswertung Konjunkturumfrage Q3 2026
Der Beitrag Konjunkturumfrage Q3 2026 erschien zuerst auf Metallhandwerk.

Handwerk kennt keine Schulform: Tourstopp am Mariengymnasium

200 Schüler des Essener Mariengymnasiums erhielten bei unserem Tourstopp Einblicke in die Vielfalt handwerklicher Ausbildungsberufe.

Dass die Handwerkertour an einem Gymnasium Station machte, war dabei kein Zufall. Der Termin setzte bewusst ein Zeichen dafür, dass handwerkliche Berufe längst nicht nur für bestimmte Schulformen interessant sind. Gerade Schüler, die den Weg zum Abitur einschlagen oder andere weiterführende Bildungswege wählen, finden im Handwerk vielfältige Karrierechancen – von der klassischen Ausbildung bis hin zu Meisterqualifikation, Selbstständigkeit oder einem späteren Studium. Die Begegnungen auf Augenhöhe machten deutlich, wie modern, vielseitig und anspruchsvoll viele Handwerksberufe heute sind.

Auf der Bühne standen die Maler- und Lackierer-Innung, die Metall-Innung, die SHK-Innung sowie die Tischler-Innung und zeigten gemeinsam die große Bandbreite des Handwerks. Die Azubis berichteten von ihrem Einstieg, ihren täglichen Aufgaben und den Projekten, an denen sie mitarbeiten. Schnell wurde deutlich, dass Kreativität, Präzision, Teamarbeit und moderne Technik in allen vier Gewerken eine wichtige Rolle spielen.

Im Gespräch wurden die Berufe greifbar: Wie entstehen aus Ideen und Materialien individuelle Möbelstücke im Tischlerhandwerk? Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende der SHK-Innung bei modernen Heizungs- und Klimatechniken? Wie verbindet die Maler- und Lackierer-Innung handwerkliches Können mit kreativer Gestaltung? Und welche Fertigkeiten sind in der Metall-Innung gefragt, wenn Bauteile gefertigt oder Konstruktionen umgesetzt werden? Die persönlichen Erfahrungen der Azubis sorgten für einen authentischen Einblick in die unterschiedlichen Gewerke.

Im Anschluss blieb ausreichend Zeit für individuelle Gespräche. Viele Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu Praktika, Ausbildungsinhalten und Entwicklungsmöglichkeiten zu stellen und erhielten so einen direkten Eindruck davon, welche Perspektiven das Handwerk heute bietet.

Helga Hellmich, Berufsorientierungslehrerin am Mariengymnasium, betont: „Die Einblicke in verschiedene Handwerksberufe sind bei den Schülern sehr gut angekommen und waren für viele von ihnen etwas komplett Neues.“

Der Termin hat gezeigt, dass handwerkliche Berufe an jeder Schulform spannende Perspektiven eröffnen können und der direkte Austausch dabei hilft, mit bestehenden Vorstellungen aufzuräumen.

METALL – INNUNG ESSEN

Die Metall – Innung Essen ist die Interessensvertretung metallverarbeitener Handwerksbetriebe in Essen.

Wir bieten unseren Mitgliedern unterschiedliche Leistungen, von branchenspezifischen Informationen, über Dienst- und Serviceleistungspakete bis zur Unterstützung bei der Mitarbeiter- / Auszubildenen-Suche.

GESCHÄFTSSTELLE

Kreishandwerkerschaft Essen

Haus des Handwerks

Katzenbruchstr. 71

45141 Essen

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