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Sonderumfrage Feinwerkmechanikerhandwerk

Das Feinwerkmechanikerhandwerk steht derzeit unter spürbarem wirtschaftlichem Druck .  Das zeigt eine im Februar 2026 durchgeführte Unternehmensumfrage , an der sich 181 Betriebe des Feinwerkmechanikerhandwerks beteiligt haben. Stagnierende oder rückläufige Aufträge, steigende Kosten und hohe bürokratische Belastungen setzen viele Betriebe zunehmend unter Druck. Gleichzeitig bleibt das Feinwerkmechanikerhandwerk ein unverzichtbarer Bestandteil industrieller Wertschöpfungsketten in Deutschland.
Konjunkturelle Schwächephase in vielen Betrieben
Die Mehrheit der befragten Unternehmen berichtet von einer spürbaren Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage liegt im Durchschnitt bei 2,66 auf einer Fünf-Punkte-Skala, was auf eine insgesamt eingetrübte Situation hinweist. Auch das Auftragsvolumen hat sich in den vergangenen sechs Monaten deutlich verschlechtert. „Die Ergebnisse zeigen klar, dass viele Betriebe derzeit eine konjunkturelle Schwächephase erleben“, sagt Diether Hils, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Metall. „Zwar befinden wir uns noch nicht in einer flächendeckenden Krise, aber die wirtschaftliche Dynamik hat deutlich nachgelassen.“
Pessimistischer Ausblick auf das Jahr 2026
Auch der Blick nach vorne bleibt vorsichtig. Die Erwartungen der Unternehmen für das laufende Jahr fallen überwiegend gedämpft aus. Viele Betriebe rechnen nicht mit einer kurzfristigen Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Branche ist dabei stark vom Binnenmarkt abhängig: Der Großteil der Aufträge stammt aus Deutschland und aus dem EU-Raum, während internationale Märkte – insbesondere Drittstaaten – für viele Betriebe nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Hohe Lohnnebenkosten belasten Betriebe
Ein weiterer zentraler Befund der Umfrage betrifft die Kostenentwicklung. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Betriebskosten bei den meisten Unternehmen deutlich gestiegen. Insbesondere die Lohn- und Lohnnebenkosten belasten das Feinwerkmechanikerhandwerk und beeinträchtigen in signifikanter Form die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen und internationalen Vergleich. Darüber hinaus berichten viele Unternehmen über steigende Belastungen durch Versicherungen, Gebäudekosten und administrative Anforderungen.
Bürokratie als eines der größten strukturellen Probleme
Besonders nervt die Betriebe die bürokratischen Anforderungen. Die Belastung durch bürokratische Vorgaben wird im Durchschnitt mit 4,04 von 5 Punkten bewertet und zählt damit zu den größten strukturellen Herausforderungen der Branche. Zu den häufigsten Belastungen zählen:
• umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflichten
• komplexe Melde- und Berichtspflichten gegenüber Behörden
• zunehmende steuer- und abgabenrechtliche Bürokratie
Investitionen werden zurückgestellt
Die wirtschaftliche Unsicherheit wirkt sich zunehmend auf die Investitionstätigkeit aus. Viele Betriebe verschieben oder reduzieren geplante Investitionen. Der typische Investitionsbedarf zur Modernisierung eines Betriebs liegt zwar im Bereich von 250.000 bis 600.000 Euro, doch häufig fehlen Planungssicherheit oder Finanzierungsmöglichkeiten.
Politischer Handlungsbedarf
Aus Sicht der befragten Unternehmen sind vor allem drei Maßnahmen entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern:
• Lohnzusatzkosten senken (Sozialversicherungsbeiträge)
• Bürokratische Hürden abbauen
• finanzielle Entlastungen und bessere Investitionsbedingungen schaffen
„Das Feinwerkmechanikerhandwerk ist ein wichtiger Partner der Industrie und trägt wesentlich zur technologischen Leistungsfähigkeit des Standorts Deutschland bei“, betont Hils. „Damit die Betriebe weiterhin investieren und innovativ bleiben können, braucht es verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.“
Industrielles Handwerk als Rückgrat der Wertschöpfung
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt das Feinwerkmechanikerhandwerk ein zentraler Bestandteil der industriellen Wertschöpfung. Ohne gezielte wirtschaftspolitische Impulse droht jedoch langfristig ein schleichender Substanzverlust in diesem technologisch wichtigen Bereich des Handwerks.
Download Konjunkturumfrage Feinwerkmechanik 03-2026
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Pressekontakt:

Diether Hils, Hauptgeschäftsführer
Bundesverband Metall
Tel. 0201 – 896 19 11
E-Mail: diether.hils@metallhandwerk.de
 
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Konjunkturumfrage Q1 2026

Die schwierige Wirtschaftslage und die unsicheren außenpolitischen Zeiten machen sich nun auch in der individuellen Situation der Betriebe bemerkbar. Im Gegensatz zum Sommer 2025 bewerten nur noch 58 % der Betriebe ihre Geschäftslage mit „befriedigend“ oder besser. Das ist ein Rückgang von 10 %-Punkten.
Von den befragten Betrieben haben 452 geantwortet. 75% dem Metallbau / Stahlbau an, 20 % befassen sich mit Feinwerkmechanik, Werkzeugbau oder Maschinenbau, 1 Betrieb ist Metall- und Glockengießer, und 5 % fallen unter „sonstige“.
Im Zusammenhang mit der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage könnte die Entwicklung des Auftragsbestands stehen: Im Juli 2025 waren bei 49 % der Betriebe die Auftragsbücher nur für 1 bis 2 Monate gefüllt, aktuelle sind es 65 %, die über eine vergleichsweise dünne Auftragsdecke verfügen. 22% geben eine Auslastung für die kommenden 3 bis 4 Monate an. 6 % haben Aufträge für bis zu 6 Monaten, immerhin 7 % der Betriebe sind über 6 Monate hinaus ausgelastet.
Im Juli 2025 erwarteten die Betriebe eine weitgehend unveränderte Umsatz- und Auftragslage. Das hat sich nicht bewahrheitet. Bei 55 % der Betriebe ist der Auftragsbestand gesunken.
Die internationalen Krisen beeinflussen die Betriebe nicht unmittelbar. Drei Viertel exportieren nicht. Bei 7 % der Betriebe sind die Ausfuhren gesunken, immerhin gibt es auch einige wenige Betriebe, deren Ausfuhren gestiegen sind. Die Importe sind jedoch in der Mehrzahl der Fälle unverändert.
Ein weiterer Indikator für die wirtschaftliche Lage ist die Investitionsbereitschaft. Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 43% der Betriebe zurück gegangen. Nur 11 % investieren mehr als im vergangenen Jahr.
Die Altersstruktur ein den Geschäftsführer/inne/n und Betriebsinhaber/innen ist vergleichbar der Altersstruktur bei Hausärztinnen und -ärzten (https://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/16397.php): 37% sind bis 50 Jahre alt, 33 % zwischen 50 und 60 und 30% sind älter als 60 Jahre.
Erfreulich ist, dass die Betriebe die Angebote zu Austausch und Fortbildung nutzen: 66 % geben an, die Veranstaltungen der Innungen und Landesverbände zu besuchen, 21 % nutzen das Fortbildungsangebot des Bundesverbandes.
Interessant dabei ist, dass die Metallbauer sehr viel häufiger die Seminarangebote der Landesverbände und Innungen nutzen, als die Feinwerkmechaniker. Vielleicht muss hier das Angebot auf die Bedürfnisse der Feinwerkmechanik-Betriebe angepasst werden.
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Entlastung Nachhaltigkeit: Zukunfts-Kompass Handwerk startet Early-Access-Phase

Entlastung für das Metallhandwerk: Das Europäische Parlament hat am 16. Dezember 2025 die Trilog-Einigung zur umfassenden Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der CSRD verabschiedet. Damit wurden zentrale Forderungen des Handwerks aufgegriffen, die zu einer spürbaren administrativen Entlastung der Betriebe im Metallhandwerk führen werden. Entscheidend ist die starke Einschränkung des Anwendungsbereichs: Künftig unterliegen nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 450 Millionen Euro der direkten Berichtspflicht (vorher: 250 Mitarbeiter, 250 Mio. € Umsatz). Damit ist das klassische Metallhandwerk vor Berichtsbegehren durch Großkunden und Banken (indirekte Berichtspflicht) besser geschützt.
Der sogenannte „Value-Chain-Cap“ stellt sicher, dass Großunternehmen und Banken von Zulieferern aus dem Handwerk lediglich Daten nach dem freiwilligen KMU-Standard “VSME“ erfragen dürfen. Weitergehende oder übermäßig aufwendige Informationsanfragen nach den Industriestandards ESRS oder GRI dürfen die Betriebe künftig zurückweisen. Darüber hinaus können sich KMU auf die Berichterstattung nach dem Basis-Modul des VSME-Standards beschränken, die Berichterstattung nach dem Zusatzmodul (Comprehensive-Modul) ist freigestellt.
Der BVM hat die Entwicklung des VSME-Standards zusammen mit weiteren Verbänden und den Handwerkskammern intensiv begleitet. Dabei konnten wesentliche Vereinfachungen für unsere Branche durchgesetzt werden. Beispielsweise wurde der Verzicht auf die Offenlegung der sog. Scope 3-Emissionen erreicht (indirekte Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette). Dies verbessert die praktische Umsetzbarkeit des Standards im Betrieb erheblich.
Berichtstool Zukunfts-Kompass Handwerk: Early-Access-Phase angelaufen
Um die Betriebe bei der Umsetzung zu unterstützen, entwickelt die Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk (ZWH) das digitale Berichtstool „Zukunfts-Kompass Handwerk“. Der BVM hat hierbei zusammen mit dem Landesverband NRW maßgeblich mitgearbeitet. Seit dem 25. Februar 2026 steht für interessierte Betriebe eine Early-Access-Version des Online-Tools zur Verfügung: https://zwh.de/zukunfts-kompass-handwerk-entdecken-sie-die-early-access-version-des-online-tools/.
Durch aktive Nutzung und Kommentierung soll das Berichtstool nun weiterentwickelt werden. Dabei sind die Betriebe gefragt. Wenn uns dies gemeinsam gelingt, erreichen wir eine erhebliche Erleichterung für alle handwerklichen Unternehmen, die durch Großkunden und Banken zukünftig zur Berichterstattung aufgefordert werden.
Der BVM wird dieses für die Branche strategisch wichtige Thema weiter begleiten. Im Rahmen der Bundesfachgruppentagung Metallbau und Stahlbau-Schweißen am 23./24. April 2026 werden der „Zukunfts-Kompass Handwerk“ sowie die neuen Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung als Schwerpunkt behandelt. Ziel ist, die Landesverbände und Betriebe auf die praktische Umsetzung vorzubereiten und die Abstimmung mit der ZWH weiter zu verbessern.
Ansprechpartner

Dr.-Ing. Reinhard Fandrich
Technischer Berater in der
Fachberatungs- und Informationsstelle beim Bundesverband Metall, Essen
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IHM: Sie finden uns in Halle C1, Stand 400

Der Bundesverband Metall ist in diesen Tagen zusammen mit unserem Mitgliedsbetrieb Metallbau Lührmann auf der Internationalen Handwerksmesse 2026 am Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) zu finden.
Ausgestellt wird u.a. eine vollständig aus Metall gefertigte Gitarre, anhand derer viele verschiedene Fertigungsverfahren im Metallhandwerk mithilfe von Videos demonstriert und erklärt werden. Zusätzlich können Besucherinnen und Besucher am Stand selbstständig eine Handyhalterung in Form einer Gitarre aus Blech biegen und anschließend ihr Werkstück mitnehmen.
Besuch von Markus Söder und Katherina Reiche am 4. März an unserem Stand
Am Mittwoch, den 04.03. wird gegen 12.30 Uhr der Besuch der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder erwartet.
Besuchen Sie uns am Stand, wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!

Ansprechpartner:

Thomas RöperTechnischer Berater in der Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall in Essen
E-Mail: Thomas.roeper@metallhandwerk.de
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Forschungszulage: Mehr Förderung fürs Metallhandwerk

Seit 1. Januar 2026 sind deutliche Verbesserungen bei der steuerlichen Forschungszulage in Kraft getreten. Mit dem „Gesetz für ein steuerliches Investitionsprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ will der Gesetzgeber die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen gezielt stärken – besonders in technologieorientierten Handwerksbranchen wie dem Metallhandwerk.
Kernpunkt der Reform ist die Anhebung der ansetzbaren Eigenleistungen von bisher 70 Euro auf 100 Euro pro Stunde. Damit können Einzelunternehmer und Mitgesellschafter von Personengesellschaften ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten künftig deutlich besser steuerlich geltend machen. Ansetzbar sind bis zu 40 Arbeitsstunden pro Woche; die Regelung gilt auch für laufende Projekte mit Tätigkeiten seit 1. Januar 2026.
Zudem werden künftig auch Gemein- und Betriebskosten pauschal mit 20 Prozent zusätzlich berücksichtigt. Neben Personal-, Auftrags- und Abschreibungskosten können so auch indirekte Aufwendungen wie Energie-, Werkstatt- oder Verwaltungskosten in die Förderung einfließen.
Vorteile ergeben sich auch bei Investitionen: Bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 angeschafft oder hergestellt werden, können höher abgeschrieben werden – auch im Rahmen der Forschungszulage. Parallel steigt die maximale Bemessungsgrundlage für förderfähige Aufwendungen auf 12 Millionen Euro jährlich.
Das Wichtigste auf einen Blick

Start: Neue Regelungen zur Forschungszulage gelten seit 1. Januar 2026.
Eigenleistung: 100 € pro Stunde (statt bisher 70 €), bis zu 40 Stunden pro Woche.
Gemeinkosten: Pauschale von 20 % zusätzlicher Förderung auf förderfähige Aufwendungen.
Investitionen: Verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Maschinen und Anlagen, die zwischen 1. Juli 2025 und 31. Dezember 2027 angeschafft werden.
Bemessungsgrundlage: Steigt auf 12 Mio. € pro Jahr.
Ziel: Bessere steuerliche Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation im Mittelstand – insbesondere für Betriebe des Metallhandwerks.

Weitere Infos: www.bescheinigung-forschungszulage.de
Für Metallbetriebe ist die neue Regelung ein wichtiges Signal: Forschung, Entwicklung und technische Verbesserung lohnen sich stärker als bisher. Die steuerliche Forschungszulage wird damit zu einem praxisnahen und wirkungsvollen Instrument, um Innovationsprojekte aus eigener Kraft zu finanzieren und den technologischen Anschluss im Mittelstand zu sichern.
Ansprechpartner

Reinhard Fandrich (Dr.-Ing.)
Technischer Berater in der
Fachberatungs- und Informationsstelle beim Bundesverband Metall, Essen
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Präsidentenbrief: Was für unsere Betriebe jetzt wichtig ist!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitglieder des Metallhandwerks,
die wirtschaftliche Lage bleibt für viele unserer Betriebe herausfordernd. Hohe Kosten, zunehmender Fachkräftemangel und eine stetig wachsende Regulierungsdichte engen den unternehmerischen Handlungsspielraum spürbar ein. Gerade das produzierende Metallhandwerk befindet sich aktuell in einer existenzbedrohenden Krise. Umso wichtiger ist es, dass die politischen Rahmenbedingungen wieder stärker und vor allem schnell an der betrieblichen Realität ausgerichtet werden.
Die führenden Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände in Deutschland haben hierzu klare Reformforderungen formuliert. Diese Forderungen decken sich in zentralen Punkten mit den Interessen des Metallhandwerks. Als Verband bringen wir sie aktiv in den politischen Dialog ein.
Arbeitszeitrecht modernisieren – europäische Spielräume nutzen
Das geltende Arbeitszeitgesetz ist in vielen Bereichen zu starr und wird den heutigen Anforderungen der Betriebe und der Beschäftigten nicht mehr gerecht. Gefordert wird eine Anpassung des Arbeitszeitrechts an das Niveau der europäischen Arbeitszeitrichtlinie. Konkret bedeutet das: weg von einer engen täglichen Höchstarbeitszeit hin zu einer stärkeren Orientierung an Wochen- oder Jahresarbeitszeiten. Für das Metallhandwerk mit projektbezogenen Auftragsspitzen, saisonalen Schwankungen und witterungsabhängigen Arbeiten würde dies deutlich mehr Flexibilität schaffen – ohne den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu schwächen. In anderen Berufszweigen wie z.B. Krankenhäusern, Gastronomie oder Landwirtschaft geht dies ja auch. Voraussetzung ist zugleich, dass zusätzliche Bürokratie und neue Dokumentationspflichten ausdrücklich vermieden werden.
Länger arbeiten ermöglichen – Frühverrentung weniger attraktiv machen
Der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel spürbar. Gleichzeitig setzen die bestehenden rentenrechtlichen Regelungen weiterhin Anreize für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben.
Arbeitgeberverbände fordern daher ein flexibleres Renteneintrittsalter, das längeres Arbeiten erleichtert und honoriert. Gleichzeitig sollen die finanziellen Anreize für eine frühe Rente reduziert werden. Diskutiert wird unter anderem, den monatlichen Abschlag bei vorzeitigem Renteneintritt für langjährig Versicherte von derzeit 0,3 % auf 0,5 % anzuheben. Ziel ist es, Erfahrung und Know-how länger im Betrieb zu halten – auf freiwilliger Basis und unter fairen Bedingungen für alle Beteiligten.
Krankenversicherung reformieren – Beiträge gezielt entlasten
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Arbeitgeber und Beschäftigte tragen derzeit erhebliche Kosten für sogenannte versicherungsfremde Leistungen, etwa für die gesundheitliche Absicherung von Grundsicherungsempfängern. Diese Leistungen sind gesellschaftliche Aufgaben und müssen daher aus Steuermitteln finanziert werden – nicht aus Beiträgen der Betriebe und ihrer Beschäftigten. Diese Auffassung stützen im Übrigen auch die gesetzlichen Krankenversicherungen, die gegen den Bund auf höhere Kostenbeteiligung klagen. Eine klare Trennung würde die Beitragssätze stabilisieren und die Lohnnebenkosten spürbar entlasten.
Zugleich fordern wir mehr Effizienz im Gesundheitssystem, etwa durch eine bessere Steuerung der ärztlichen Versorgung mittels eines Primärarztsystem zum Abbau von Doppelstrukturen und Doppeluntersuchungen.
Bürokratie abbauen – Arbeitsschutz praxisnah gestalten
Der Schutz der Beschäftigten ist für unsere Betriebe selbstverständlich. Gleichzeitig hat sich im Arbeitsschutz ein kaum noch überschaubarer Berg an Dokumentationspflichten aufgebaut.
Gefordert wird, überflüssige, doppelte oder rein formale Nachweispflichten zu streichen und den Fokus wieder stärker auf die tatsächliche Gefährdungsbeurteilung im Betrieb zu legen. Weniger Papier bedeutet mehr Zeit für echte Prävention – und für das operative Geschäft.
Unser gemeinsames Ziel
Diese Reformen sind kein Selbstzweck. Sie sind notwendig, um das Metallhandwerk wettbewerbsfähig zu halten, Arbeitsplätze zu sichern und unternehmerisches Engagement wieder zu stärken. Als Verband werden wir diese Positionen weiterhin mit Nachdruck gegenüber Politik und Verwaltung vertreten.
Ich lade Sie ein, diesen Weg aktiv mitzugehen und die Stimme des Metallhandwerks gemeinsam hörbar zu machen.

Euer Willi Seiger
Präsident Bundesverband Metall
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Neue Anforderungen bei Asbestarbeiten: Bei Verstößen drohen Bußgelder!

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SVI-Connect: Plattform für Zulieferer im Sicherheits- und Verteidigungsbereich

Mit SVI-Connect ist eine digitale Plattform zur Vernetzung von Unternehmen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) in Deutschland entstanden. Sie bietet einen effektiven und geschützten Raum für Marktransparenz, strukturierte Partnersuche und Kontaktaufnahmen. Die Initiative richtet sich unter anderem an metallhandwerkliche Betriebe, die als Zulieferer tätig sind oder dies perspektivisch in Erwägung ziehen. Eine direkte Beschaffung über die Plattform ist nicht vorgesehen.
Die Plattform SVI-Connect wird gemeinsam vom BDSV – Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V. und vom BME – Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. angeboten. SVI-Connect baut auf der bewährten Infrastruktur von BMEMatchmaking.com auf. Nutzer erhalten dort einen persönlichen Zugang.
Industriepartner können ihre Produkte, Kompetenzen, Zertifikate und weitere Details strukturiert darstellen. Sie werden so für Einkäufer und Bedarfsträger sichtbar. Lieferanten erhalten aus Sicherheitsgründen keinen direkten Einblick in Kundenbedarfe, werden jedoch gezielt mit Einkaufsorganisationen vernetzt.
SVI-Connect ermöglicht den Zugang zu internationalen B2B-Projekten des BME mit über 4.000 verifizierten Unternehmen im Rahmen der BME-Sourcing Events in Europa und weltweit – Ihr strategisches Potenzial für sicherheitsrelevante Beschaffungsprojekte.
Über die Plattform erfolgt keine direkte Beschaffung, sondern eine strukturierte Vernetzung und Kontaktanbahnung mit Einkaufsorganisationen und Systemhäusern.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Registrierung sind unter folgendem Link verfügbar: www.svi-connect.com
Foto: Artifistock-freepik
Infos und Registrierung
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Impulse für morgen: Digitalisierung und KI im Metallhandwerk

Der Metallkongress im Oktober 2025 kombinierte Fachausstellung, Vorträge und Networking und bot den Teilnehmenden frische Impulse zu aktuellen Trends und Zukunftsthemen. Dabei standen digitale Zukunftsthemen im Mittelpunkt – von Social Media über künstliche Intelligenz (KI) bis zur umfassenden Digitalisierung. Zwischen den Vortragsblöcken blieb genügend Zeit, um die begleitende Fachausstellung zu erkunden und sich über neue Produkte und Verfahren zu informieren. Auch Nachhaltigkeit, neueste Techniktrends und juristische Fragen im Handwerk wurden beleuchtet.
Volles Haus beim Social-Media-Workshop
Schon der Auftakt zeigte, wie praxisnah und zukunftsorientiert das Programm war. Erstmals startete der Kongress mit einem Workshop am Freitagvormittag – und zwar zu Social Media, einem Thema, das für Betriebe längst unverzichtbar ist. Viele suchen darüber Nachwuchs, akquirieren Aufträge oder machen ihre Leistungen sichtbar.
Der Workshop „Social Media planen, erstellen und erfolgreich auftreten“ mit Social Media Strategin Anna Sänger war bis auf den letzten Platz gefüllt. Sänger stellte Tools vor, diskutierte über Do’s & Don’ts und ging auf individuelle Fragen ein. Die Nachfrage war so hoch, dass zusätzliche Stühle herbeigeschafft wurden – ein deutliches Zeichen, dass Social Media im Handwerk als Schlüsselthema erkannt wird. Die Teilnehmenden verließen den Raum mit Ideen und klaren Plänen für den eigenen Auftritt.
Digitalisierung und KI im Handwerk: „Wer abtippt, hat verloren“
In mehreren Vorträgen stand die digitale Transformation im Betrieb im Fokus. Henning Wagner (Orgadata AG) machte in seinem Beitrag zur Vernetzung von Software eindrucksvoll klar, wie wichtig durchgängige Datenflüsse ohne Medienbrüche sind. Sein Vortrag „Wer abtippt, hat verloren – wie nahtloser Datenaustausch das Handwerk verändert“ zeigte, dass manuelles Abtippen von Informationen heute nur noch Zeit, Nerven und Präzision kostet. Wagner appellierte an die Betriebe, bei der Auswahl ihrer Software auf offene Schnittstellen (APIs) zu achten, damit Insellösungen gar nicht erst entstehen und alle Systeme vom Entwurf bis zur Fertigung reibungslos miteinander kommunizieren.
KI-Einsatz bei Qualitätsprüfungen
Auch die Qualitätsprüfung profitierte von digitalen Ansätzen. Ulrich Kaiser (Qualiwise GmbH) demonstrierte, dass KI-basierte Systeme bei der Maßhaltigkeits- und Qualitätskontrolle enorme Effizienzpotenziale im Metallhandwerk eröffnen. Er betonte, dass insbesondere bei kleinen Losgrößen viele Prüfungen noch manuell mit hohem Aufwand erfolgen – hier kann KI spürbar entlasten. Statt Prüfwerte mühsam von Zeichnungen abzuschreiben und Ergebnisse auf Papier festzuhalten, lassen sich diese Prozesse durch intelligente Software automatisieren. So können bis zu 70 % der Zeit bei manuellen Prüfungen eingespart und gleichzeitig die Fehlerquote deutlich gesenkt werden. Kaisers Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie digitale Technologien nicht nur Arbeit erleichtern, sondern auch für mehr Transparenz und Lernmöglichkeiten im Betrieb sorgen. Im Anschluss an die Fachvorträge bot eine moderierte Diskussionsrunde die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Strategien für die digitale Transformation im Handwerk zu entwickeln.
KI als Innovationsmotor
Im weiteren Verlauf rückte die Künstliche Intelligenz als Innovationsmotor ins Blickfeld. Für viele Betriebe ist KI bislang eher Schlagwort als Werkzeug im Alltag. Umso wichtiger war die Botschaft, dass KI kein Privileg der Großindustrie ist, sondern gerade auch im Mittelstand spürbare Entlastung bringen kann. Unter dem Titel „KI im Metallhandwerk: Chancen nutzen – Regeln einhalten“ verdeutlichte Referent Thomas Röper (BVM), welche Möglichkeiten KI selbst für kleine und mittlere Metallbetriebe bietet – und welche Spielregeln dabei zu beachten sind. In seinem Vortrag zeigte Röper, wo KI heute schon vom Büro bis zur Werkstatt Arbeitsprozesse spürbar erleichtern kann. Zugleich ging er auf die rechtlichen Rahmenbedingungen ein: Er erklärte beispielsweise praxisnah, was der EU AI Act für Handwerksbetriebe bedeutet, und betonte die Notwendigkeit, KI verantwortungsbewusst und regelkonform einzusetzen. Als praktischen Abschluss präsentierte Röper erprobte KI-Tools, mit denen Betriebe bereits jetzt Zeit sparen und Abläufe verbessern können.
Von Innovation bis Recht: Ein Blick auf die Höhepunkte
Klassische Branchenthemen kamen ebenfalls nicht zu kurz. So widmete sich ein Vortragsblock der Nachhaltigkeit – etwa mit Beispielen zur gebäudeintegrierten Photovoltaik und effektivem Energiemanagement. Im Themenfeld Technik wurden aktuelle Entwicklungen präsentiert, von neuen Verfahren in der Zerspanungstechnik bis hin zu Fragen der Fertigungstoleranzen. So wurde beispielsweise ein innovatives Fräswerkzeug vorgestellt, das speziell auf die materialeffiziente Bearbeitung von Hochleistungswerkstoffen ausgelegt ist. Und auch rechtliche Aspekte des Metallhandwerks standen auf der Agenda: In Vorträgen zum Baurecht, Datenschutz, KI und Haftungsfragen erfuhren die Teilnehmer, wie sie verbreitete Irrtümer ausräumen und ihren Betrieb rechtssicher aufstellen können. Diese Inhalte rundeten das Programm ab und gaben den Teilnehmern wertvolle Hinweise für den Geschäftsalltag.
Nächstes KI-Webinar für das Metallhandwerk: 18.03.2026
In der Schulung werden Ihnen die notwendigen Kompetenzen gemäß Art. 4 KI-Verordnung (EU AI Act) vermittelt. Zusätzlich erlernen Sie den effizienten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Ihrem Betrieb.
Anmeldung KI-Seminar am 18.03.2026Ausblick: Metallkongress 2026
Der Blick richtet sich bereits auf den Metallkongress 2026 am 23./24. Oktober. In der Planung diskutierte Themen sind unter anderem automatisierte Sichtkontrollen, Spezialtüren aus Stahl, Inklusion im Handwerk, automatisiertes Schweißen, Mitarbeitergesundheit, Fachkräftesicherung aus dem Ausland sowie wirtschaftliche und rechtliche Aspekte des Metallhandwerks.
Die Mischung aus Technik, Strategie und persönlichem Austausch hat sich bewährt. Würzburg bleibt auch 2026 der Ort, an dem Expertise, Geselligkeit und Zukunftsthemen des Metallhandwerks zusammenkommen.
Anmeldung Metallkongress 23.-24.10.2026Autor

Thomas Röper 
Technischer Berater in der Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall in Essen
E-Mail: Thomas.roeper@metallhandwerk.de

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Rolf Rehbold neuer Bereichsleiter Berufsbildung beim Bundesverband Metall

Zum 1. Januar 2026 hat Rolf Rehbold die Position des Bereichsleiters Berufsbildung beim Bundesverband Metall (BVM) übernommen und zugleich die Geschäftsführung des Bildungswerks Metall angetreten.
Zuvor war er 15 Jahre lang stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts für Berufsbildung im Handwerk. In dieser Funktion begleitete Rehbold gemeinsam mit seinem Team unter anderem die Neuordnung der Meisterprüfung im Metallbauer- und im Feinwerkmechanikerhandwerk. Darüber hinaus verantwortete er – teilweise auch in Zusammenarbeit mit dem BVM – zahlreiche Projekte zu den Themen Nachwuchsgewinnung, Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen, Berufslaufbahnkonzepte im Handwerk, Fachkarrieren im Metallhandwerk sowie Berufsmonitoring.
Mit der Übernahme der neuen Aufgaben beim BVM soll die strategische Weiterentwicklung der Berufsbildung im Metallbereich konsequent fortgeführt und die Arbeit des Bildungs-werks Metall als praxisnaher Partner für Betriebe, Bildungsstätten und Institutionen weiter gestärkt werden.
Bereichsleiter Berufsbildung 

Rolf Rehbold
rolf.rehbold@metallhandwerk.de
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METALL – INNUNG ESSEN

Die Metall – Innung Essen ist die Interessensvertretung metallverarbeitener Handwerksbetriebe in Essen.

Wir bieten unseren Mitgliedern unterschiedliche Leistungen, von branchenspezifischen Informationen, über Dienst- und Serviceleistungspakete bis zur Unterstützung bei der Mitarbeiter- / Auszubildenen-Suche.

GESCHÄFTSSTELLE

Kreishandwerkerschaft Essen

Haus des Handwerks

Katzenbruchstr. 71

45141 Essen

0201 - 32008-0

0201 - 32008-19

info@metallhandwerk-essen.de

Metall - Innung Essen