Der Metallkongress 2024 bot zwei Tage voller inspirierender Vorträge und anregender Diskussionen. Ein Pflichttermin für Branchenvertreter, auch für 2025: Sichern Sie sich bis 31.12.2024 den Frühbucherpreis. Feinwerkmechanikern wurden auf den Veranstaltungstagen eine Fülle von Impulsen geboten, die sowohl technologische als auch unternehmerische Themen aufgriffen.
Erster Kongresstag: Zukunft, Digitalisierung und Transformation
Der erste Kongresstag startete unter dem Motto „Zukunft Metallhandwerk“. Die Eröffnung durch BVM-Präsident Willi Seiger und Dr. John-Thomas Siehoff (M&T) setzte den Ton für die kommenden Stunden: Herausforderungen wie der Fachkräftemangel sowie die notwendige Branchen-Transformation standen im Mittelpunkt.
Ralf Hauser und Sophie Stern von Metallbau[t] Zukunft präsentierten ein Bewerbungsportal, das Handwerksbetriebe mit der Agentur für Arbeit vernetzt. Diese Initiative bietet innovative Werkzeuge, um Stellenangebote sichtbar zu machen und die Attraktivität des Handwerks als Berufsfeld zu steigern. Insbesondere für die Feinwerkmechanik, die auf qualifiziertes Personal angewiesen ist, wurde das Potenzial solcher Ansätze klar herausgestellt.
Im Anschluss zeigte Anna Sänger (monoista), wie sich Social-Media-Plattformen wie Instagram effektiv im Recruiting einsetzen lassen. Gerade für Betriebe, die rein auf traditionelle Stellenanzeigen setzen, war der Vortrag ein Augenöffner.
Ein weiteres Highlight war Sebastian Windecks Beitrag zur Unternehmensnachfolge, ein Thema, das viele Metallhandwerker akut betrifft. Er schilderte den emotionalen und strategischen Balanceakt, der nötig ist, um „loszulassen, ohne fallen zu lassen.“
Die Diskussionsrunde am Ende des Themenblocks Zukunft Metallhandwerk versammelte die Referierenden, die gemeinsam mit dem Publikum über die wichtigsten Zukunftsfragen diskutierten. Themen wie die Bedeutung von Innovationen für die Nachwuchssicherung und die Rolle der Unternehmer in der Gestaltung moderner Arbeitsplätze standen dabei im Vordergrund. Besonders lebhaft wurden die praktischen Erfahrungen bei der Unternehmensnachfolge und die Anwendung sozialer Medien für das Fachkräfte-Recruiting besprochen.
Am Nachmittag rückten die Themen Digitalisierung und Finanzen ins Zentrum. Axel Brockob (NetSoft) klärte über die Vorteile der E-Rechnung auf und räumte mit Mythen auf. Sein Vortrag bot praktische Tipps, wie Unternehmer die Umstellung effizient gestalten können.
Marcus Linnepe von der CANEI AG stellte digitale Controlling-Tools vor, die nicht nur betriebswirtschaftliche Prozesse optimieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die Quintessenz seines Vortrags: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein strategischer Hebel, um den Betrieb zukunftssicher zu machen.
Auch der zweite Themenblock wurde durch eine spannende Diskussion abgeschlossen. Hier standen die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im Fokus. Die Teilnehmer tauschten sich über die Rolle digitaler Werkzeuge für kleine und mittlere Betriebe aus. Diskutiert wurden konkrete Ansätze, um die Mitarbeitenden auf diesem Weg mitzunehmen und die Digitalisierung als Umsatztreiber zu nutzen.
Den Abschluss der Vorträge des ersten Tages bildeten zwei Leuchttürme des Metallhandwerks: Clemens Kreyenberg (Kreyenberg GmbH) und Bernhard Hahner (Hahner Technik GmbH & Co. KG). Kreyenberg überzeugte mit einem authentischen Praxisbericht zur Automatisierung im Feinwerkmechanikerhandwerk. Sein Unternehmen demonstrierte, wie progressive Unternehmensführung und ressourcenschonende Produktionsmethoden in der Feinwerkmechanik Einzug halten können – eine Vision, die auf große Resonanz stieß.
Abendveranstaltung: Ein Abend im Zeichen der Feinwerkmechanik
Der erste Kongresstag fand mit einer feierlichen Abendveranstaltung seinen Ausklang. In entspannter Atmosphäre feierte das Metallhandwerk sich selbst und seine Preisträger. Die Firma Perrot Turmuhren und Läuteanlagen aus Calw sicherte sich den begehrten Feinwerkmechanikpreis mit einer originalgetreuen Nachbildung einer Luxus-Armbanduhr im Großformat. Besonders hervorgehoben wurden das beeindruckende Detailniveau und die technische Präzision, die in die Fertigung des zwei Meter großen Zifferblattes eingeflossen waren. Diese herausragende Leistung verdeutlichte, welche Innovationen und handwerkliche Perfektion die Feinwerkmechanik zu bieten hat. Der Abend bot reichlich Gelegenheit für Fachgespräche und den Austausch zwischen Kollegen, während kulinarische Köstlichkeiten für eine entspannte Stimmung sorgten.
Zweiter Kongresstag: Nachhaltigkeit, Technik und Recht
Der zweite Kongresstag, der mit dem Themenblock Nachhaltigkeit begann, brachte tiefgreifende Einsichten für die Feinwerkmechanik. Dr. Reinhard Fandrich (BVM) lieferte eine umfassende Standortbestimmung zur Circular Economy und dem digitalen Produktpass. Diese Konzepte, so Fandrich, werden künftig auch für kleine Betriebe relevant, da sie zu einer nachhaltigen Wertschöpfung beitragen.
Klaus Horstmann von der HORSTMANN Maschinenbau GmbH präsentierte innovative Ansätze für ressourcenschonende Verpackungslösungen. Mit den Sondermaschinen seines Unternehmens, die Verpackungen exakt auf den Bedarf abstimmen, zeigte er, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. Die Verbindung von Kundenzufriedenheit, Materialeinsparung und Effizienz überzeugte die Teilnehmer.
Ulrich Alt (WeSt GmbH) verknüpfte die Themen Nachhaltigkeit und Effizienz mit der Anwendung moderner CAD/CAM-Software. Sein Vortrag machte deutlich, wie diese Tools kombiniert mit der richtigen Strategie nicht nur Rohmaterialien, sondern auch aufwändige Korrekturschleifen einsparen können.
Der Themenblock Technik wurde durch den Vortrag von Thomas Röper (BVM) zum Thema ISO GPS eingeleitet. Röper erklärte präzise die vertraglichen Herausforderungen, die das komplexe Normensystem der Geometrischen Produktspezifikation für Zulieferer mit sich bringt. Besonders kleine und mittlere Unternehmen der Feinwerkmechanik stehen hier vor technischen sowie rechtlichen Stolpersteinen. Röper gab praxisnahe Ratschläge, wie Unternehmen Fehler vermeiden und sich in der Kundenkommunikation rechtssicher aufstellen können.
Jan-Steffen Hötter (LIGHTWAY GmbH) setzte den Fokus auf die Zukunftstechnologie des 3D-Metalldrucks. Sein Vortrag führte die Teilnehmer durch den gesamten Prozess – von der Idee bis zum einsatzbereiten Bauteil. Die anschaulichen Beispiele zeigten, wie 3D-Druck die Feinwerkmechanik ergänzen kann, insbesondere bei der Fertigung hochkomplexer Bauteile.
Den Abschluss des Kongresses bildete Dr. Stefan Zipse (Wölte & Kischko), der über rechtliche Aspekte im Feinwerkmechanikerhandwerk referierte. Dabei ging er insbesondere auf Produktionsausfälle und die EU-Taxonomie im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele ein.
Metallkongress 2024: Lernen, Vernetzen, Zukunft gestalten
Der Metallkongress 2024 zeigte eindrucksvoll, wie eng technologische Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander verwoben sind. Für Feinwerkmechaniker war insbesondere die Vielfalt an praktischen Beispielen und zukunftsorientierten Ansätzen inspirierend. Der Kongress war nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch eine Plattform des Austauschs. Die Teilnehmenden verließen Würzburg mit neuen Ideen und Strategien dafür, wie sie ihre Betriebe zukunftsfähig aufstellen können – ein Gewinn für die gesamte Branche.
PDF Download Artikeldienst Technik. Metallkongress 2024 – Die Themen der Feinwerkmechanik
Autor: Thomas Röper (B.Eng.) ist Technischer Berater in der Fachberatungs- und Informationsstelle beim Bundesverband Metall in Essen
Foto: Röper
Bewerbung für den Feinwerkmechanikpreis 2025
Bewerben Sie sich mit diesen Arbeiten:
technisch innovatives Produkt
Umsetzung innovativer Technologie
Lösung von Kundenproblemen/ eigener technischer Probleme
Arbeit für außergewöhnliche Kunden
innovative Organisations- oder Prozessstruktur im Betrieb
Besonderheit in der Berufsausbildung
Bewerbungsphase: 01. Januar bis 31. Mai 2025
Weitere Informationen: www.feinwerkmechanikpreis.de
Titelbild: Clemens Kreyenberg mit seinem Vortrag „Serienfertigung im Metallhandwerk“ auf dem Metallkongress 2024, Foto: Röper
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