Der Metallkongress im Oktober 2025 kombinierte Fachausstellung, Vorträge und Networking und bot den Teilnehmenden frische Impulse zu aktuellen Trends und Zukunftsthemen. Dabei standen digitale Zukunftsthemen im Mittelpunkt – von Social Media über künstliche Intelligenz (KI) bis zur umfassenden Digitalisierung. Zwischen den Vortragsblöcken blieb genügend Zeit, um die begleitende Fachausstellung zu erkunden und sich über neue Produkte und Verfahren zu informieren. Auch Nachhaltigkeit, neueste Techniktrends und juristische Fragen im Handwerk wurden beleuchtet.
Volles Haus beim Social-Media-Workshop
Schon der Auftakt zeigte, wie praxisnah und zukunftsorientiert das Programm war. Erstmals startete der Kongress mit einem Workshop am Freitagvormittag – und zwar zu Social Media, einem Thema, das für Betriebe längst unverzichtbar ist. Viele suchen darüber Nachwuchs, akquirieren Aufträge oder machen ihre Leistungen sichtbar.
Der Workshop „Social Media planen, erstellen und erfolgreich auftreten“ mit Social Media Strategin Anna Sänger war bis auf den letzten Platz gefüllt. Sänger stellte Tools vor, diskutierte über Do’s & Don’ts und ging auf individuelle Fragen ein. Die Nachfrage war so hoch, dass zusätzliche Stühle herbeigeschafft wurden – ein deutliches Zeichen, dass Social Media im Handwerk als Schlüsselthema erkannt wird. Die Teilnehmenden verließen den Raum mit Ideen und klaren Plänen für den eigenen Auftritt.
Digitalisierung und KI im Handwerk: „Wer abtippt, hat verloren“
In mehreren Vorträgen stand die digitale Transformation im Betrieb im Fokus. Henning Wagner (Orgadata AG) machte in seinem Beitrag zur Vernetzung von Software eindrucksvoll klar, wie wichtig durchgängige Datenflüsse ohne Medienbrüche sind. Sein Vortrag „Wer abtippt, hat verloren – wie nahtloser Datenaustausch das Handwerk verändert“ zeigte, dass manuelles Abtippen von Informationen heute nur noch Zeit, Nerven und Präzision kostet. Wagner appellierte an die Betriebe, bei der Auswahl ihrer Software auf offene Schnittstellen (APIs) zu achten, damit Insellösungen gar nicht erst entstehen und alle Systeme vom Entwurf bis zur Fertigung reibungslos miteinander kommunizieren.
KI-Einsatz bei Qualitätsprüfungen
Auch die Qualitätsprüfung profitierte von digitalen Ansätzen. Ulrich Kaiser (Qualiwise GmbH) demonstrierte, dass KI-basierte Systeme bei der Maßhaltigkeits- und Qualitätskontrolle enorme Effizienzpotenziale im Metallhandwerk eröffnen. Er betonte, dass insbesondere bei kleinen Losgrößen viele Prüfungen noch manuell mit hohem Aufwand erfolgen – hier kann KI spürbar entlasten. Statt Prüfwerte mühsam von Zeichnungen abzuschreiben und Ergebnisse auf Papier festzuhalten, lassen sich diese Prozesse durch intelligente Software automatisieren. So können bis zu 70 % der Zeit bei manuellen Prüfungen eingespart und gleichzeitig die Fehlerquote deutlich gesenkt werden. Kaisers Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie digitale Technologien nicht nur Arbeit erleichtern, sondern auch für mehr Transparenz und Lernmöglichkeiten im Betrieb sorgen. Im Anschluss an die Fachvorträge bot eine moderierte Diskussionsrunde die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Strategien für die digitale Transformation im Handwerk zu entwickeln.
KI als Innovationsmotor
Im weiteren Verlauf rückte die Künstliche Intelligenz als Innovationsmotor ins Blickfeld. Für viele Betriebe ist KI bislang eher Schlagwort als Werkzeug im Alltag. Umso wichtiger war die Botschaft, dass KI kein Privileg der Großindustrie ist, sondern gerade auch im Mittelstand spürbare Entlastung bringen kann. Unter dem Titel „KI im Metallhandwerk: Chancen nutzen – Regeln einhalten“ verdeutlichte Referent Thomas Röper (BVM), welche Möglichkeiten KI selbst für kleine und mittlere Metallbetriebe bietet – und welche Spielregeln dabei zu beachten sind. In seinem Vortrag zeigte Röper, wo KI heute schon vom Büro bis zur Werkstatt Arbeitsprozesse spürbar erleichtern kann. Zugleich ging er auf die rechtlichen Rahmenbedingungen ein: Er erklärte beispielsweise praxisnah, was der EU AI Act für Handwerksbetriebe bedeutet, und betonte die Notwendigkeit, KI verantwortungsbewusst und regelkonform einzusetzen. Als praktischen Abschluss präsentierte Röper erprobte KI-Tools, mit denen Betriebe bereits jetzt Zeit sparen und Abläufe verbessern können.
Von Innovation bis Recht: Ein Blick auf die Höhepunkte
Klassische Branchenthemen kamen ebenfalls nicht zu kurz. So widmete sich ein Vortragsblock der Nachhaltigkeit – etwa mit Beispielen zur gebäudeintegrierten Photovoltaik und effektivem Energiemanagement. Im Themenfeld Technik wurden aktuelle Entwicklungen präsentiert, von neuen Verfahren in der Zerspanungstechnik bis hin zu Fragen der Fertigungstoleranzen. So wurde beispielsweise ein innovatives Fräswerkzeug vorgestellt, das speziell auf die materialeffiziente Bearbeitung von Hochleistungswerkstoffen ausgelegt ist. Und auch rechtliche Aspekte des Metallhandwerks standen auf der Agenda: In Vorträgen zum Baurecht, Datenschutz, KI und Haftungsfragen erfuhren die Teilnehmer, wie sie verbreitete Irrtümer ausräumen und ihren Betrieb rechtssicher aufstellen können. Diese Inhalte rundeten das Programm ab und gaben den Teilnehmern wertvolle Hinweise für den Geschäftsalltag.
Nächstes KI-Webinar für das Metallhandwerk: 18.03.2026
In der Schulung werden Ihnen die notwendigen Kompetenzen gemäß Art. 4 KI-Verordnung (EU AI Act) vermittelt. Zusätzlich erlernen Sie den effizienten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Ihrem Betrieb.
Anmeldung KI-Seminar am 18.03.2026Ausblick: Metallkongress 2026
Der Blick richtet sich bereits auf den Metallkongress 2026 am 23./24. Oktober. In der Planung diskutierte Themen sind unter anderem automatisierte Sichtkontrollen, Spezialtüren aus Stahl, Inklusion im Handwerk, automatisiertes Schweißen, Mitarbeitergesundheit, Fachkräftesicherung aus dem Ausland sowie wirtschaftliche und rechtliche Aspekte des Metallhandwerks.
Die Mischung aus Technik, Strategie und persönlichem Austausch hat sich bewährt. Würzburg bleibt auch 2026 der Ort, an dem Expertise, Geselligkeit und Zukunftsthemen des Metallhandwerks zusammenkommen.
Anmeldung Metallkongress 23.-24.10.2026Autor
Thomas Röper
Technischer Berater in der Fachberatungs- und Informationsstelle
beim Bundesverband Metall in Essen
E-Mail: Thomas.roeper@metallhandwerk.de
Der Beitrag Impulse für morgen: Digitalisierung und KI im Metallhandwerk erschien zuerst auf Metallhandwerk.